6. Decken

Bestand - Holzbalkendecken

Die Holzbalkendecke ist eine der ältesten Anwendungen im Bau und war bis etwa 1960 gebräuchlich, bis in die 1930er Jahre sogar vorherrschend. Sie liegt auf den tragenden Außenwänden und den meist nichttragenden Innenwänden auf, wobei die Holzbalken einen regelmäßigen Abstand voneinander haben. Dieser schwankt meist zwischen 0,50 und 1,2 m und ist von der Dimensionierung, der zu erwartenden Last und den konstruktiven Erfordernissen abhängig. Die Auflagerbereiche der Holzbalken sind am Gefährdetsten für Schädlingsangriffe oder Pilzbefall, weswegen diese durch zusätzliche Imprägnierung oder konstruktiv besonders geschützt werden müssen.

Bestehende (historische) Holzbalkendecken erfüllen die heutigen Anforderungen an den Brandschutz ohne zusätzliche Unterdecken meistens nicht. Allerdings sind die gute Wärmedämmung und das geringe Gewicht von Vorteil. Nachteilig stehen dem die Feuchtedurchlässigkeit, die Schwächung der Außenwand durch Auflager, die inhomogene Lastverteilung und die mäßige Aussteifung gegenüber.

Holzbalkendecken können unterschieden werden in:

-

Decken mit verdeckten Holzbalken

-

Decken mit teilweise freiliegenden und sichtbaren Holzbalken

-

Decken mit vollständig freiliegenden und sichtbaren Holzbalken

Holzbalkendecken sind durch Quellen und Schwinden verusachten Formveränderungen unterworfen. Bei Konstruktionen, die solche Formveränderungen wegen mangelnder Entkopplung der einzelnen Schichten und Komponenten nicht mitgehen können, zeigen sich die Folgen der auftretenden Zwängungsspannungen durch Rissbildung bis an die Oberflächen.

<u>Bild 6.1-1:</u>

Typische Holzbalkendecke im Bestand<br>mit Schüttung im Deckenhohlraum

Es ist oft nicht einfach festzustellen, ob es sich im Bestand um eine Holzbalkendecke handelt, wenn die Unterseite der Decke durch eine Unterdecke verkleidet ist.

Im Bestand sind alte Holzbalkendecken oft auch mit sichtbaren Balken zu finden. Der Zustand des Holzes kann sehr unterschiedlich sein.

<u>Bild 6.1-2:</u>

Foto einer Holzbalkendecke im Bestand
(Bildquelle: HWK Münster)


<u>Wärme:</u>
Bei Holzbalkendecken zwischen Geschossen gleicher Nutzung sind keine wärmetechnische Anforderungen zu beachten. Erst bei Kellerdecken oder bei der obersten Geschossdecke müssen die wärmetechnischen Eigenschaften der Konstruktion den heutigen Anforderungen angepasst werden. Bei der Berechnung des U-Wertes ist zu berücksichtigen, dass es sich bei einer Holzbalkendecke um ein inhomogenes Bauteil handelt. Hierbei sind die Regeln zur Berechnung der → Wärmeleitung inhomogener Bauteile zu beachten.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Holz ist sehr anfällig für Schädlings- und Pilzbefall. Wobei der häufigste Befall der Braun- oder Weißfäulepilz oder der Echte Hausschwamm ist. Sie benötigen lediglich zur Entstehung einen Feuchtegehalt des Holzes von mehr als 18 %. Hat sich der Fruchtkörper einmal im Holz gebildet, versorgt er sich über seine langen Myzelstränge auch aus weiter entfernten durchfeuchteten Bereichen mit Feuchtigkeit. Der Schädlingsbefall folgt meistens nach dem Pilfbefall.

Zur Restaurierung der geschädigten Holzbalken stehen Maßnahmen wie das Anlaschen von Holzbohlen, der Einbau von Stahlschuhen, die Reparatur durch Kunstharzprothesen oder das Auswechseln der kompletten Balken zur Verfügung. Um eine weitere Durchfeuchtung und damit neue Schäden zu vermeiden muss die Abdichtung durchfeuchteter Bereiche sowie die Wand selbst trockengelegt werden. Zur Sicherheit sollten auch die Abdichtungen der Abflussrohre überprüft werden. Falls die Feuchte in den Wänden und Decken eine Folge von Tauwasser ist, so muss dringend die Wärmedämmung des Gebäudes erneuert werden. Ist das Holz jedoch schon so stark angegriffen, dass die Tragfähigkeit deutlich gemindert ist, ist ein Balkenaustausch unvermeidbar.

<u>Bild 6.1-3:</u>

Foto einer Holzbalkendecke
(Bildquelle: HWK Münster)

<u>Bild 6.1-4:</u>

Foto einer Holzbalkendecke
(Bildquelle: HWK Münster)

Die Fotoaufnahmen Bild 6.1-3 und 6.1-4 verdeutlichen, wie durch Feuchte beschädigte Balkenköpfe bei der Sanierung bis zum tragfähigen Bereich gekürzt und die fehlenden Teile anschließend durch Metallverbindungen mit gesundem Holz ergänzt werden. Die Fotos wurden bereitgestellt von der Handwerkskammer Münster.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Holzbalkendecken in Altbauten erfüllen in der Regel nicht die Anforderungen, die heute an den Schallschutz gestellt werden. Der Grund dafür ist die zu geringe flächenbezogene Masse und die sichtbare Balken, die zu einer direkten Schallabstrahlung führen. Die Holzbalken gelten bei alten Deckenkonstruktionen auch im Allgemeinen als Schallbrücken.

Die akustischen Eigenschaften von Holzbalkendecken sind schwerer abschätzbar als die von Massivdecken, weil die Rohdecken in der Regel weder als sehr schwer noch als sehr steif im Vergleich zu Deckenauflage und Unterdecke angenommen werden können. Je nach Konstruktionsart beeinflussen sich die Elemente der Decke gegenseitig, und es können Systeme mit mehreren Resonanzen (→ mehrschalige Konstruktion) entstehen. Durch die enthaltenen Hohlräume wirken die Konstruktionen als komplizierte Resonanzsysteme, die vor allem bei tiefen Frequenzen starke → Resonanzerscheinungen aufweisen, die zu Einbrüchen in der Luft- und Trittschalldämmung führen.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz


<u>Maßnahmen:</>

6.2.1

Holzbalkendecken

-

Beschwerung der Rohdecken

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Bodenaufbauten

-

Unterdecken und Deckenbekleidungen

-

Runderneuerung

-

Wandanschlüsse

-

Dachbodendämmung

 
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