Bauphysikalische Grundlagen

S-4.5 Schalldämmung zweischaliger Bauteile

Bei einschaligen Bauteilen ist für eine gute Schalldämmung zwangsläufig eine große flächenbezogene Masse bzw. Dicke notwendig, die oft unerwünscht ist. Die große Masse kann vermieden werden, wenn die Bauteile zweischalig ausgebildet werden. Unter zweischaligen Bauteilen versteht man Konstruktionen, die aus zwei einzelnen, durch eine Luft- oder Dämmschicht voneinander getrennten Schalen bestehen. Das schalltechnische Verhalten von zweischaligen Bauteilen wird dadurch beschrieben, dass man sich die Bauteile aus zwei Massen aufgebaut denkt, die über eine als Federung wirkende Luft- oder Dämmschicht verbunden sind. Wie aus der technischen Mechanik bekannt, ist ein solches Masse-Feder-System grundsätzlich "resonanzfähig". Im Frequenzverhalten wirkt sich dies gemäß Bild S-18 so aus, dass zunächst – bei tiefen Frequenzen links im Bild – beide Schalen phasengleich, d.h. wie eine Schale schwingen. Die Wirkung der elastischen Zwischenschicht ist hierbei vernachlässigbar; die Zunahme der Schalldämmung beträgt in diesem Bereich, wie in Bild S-16, ca. 6 dB/Oktave. Dann tritt bei der Resonanzfrequenz f<sub>R</sub> ein Einbruch auf. Anschließend schwingen beide Schalen nahezu voneinander unabhängig; die Zunahme der Schalldämmung ist sehr groß (praktisch ca. 15 dB/Oktave). Im Bereich hoher Frequenzen treten wiederum (kleinere) Einbrüche auf, die durch stehende Wellen zwischen den Schalen oder durch Koinzidenzeffekte der einzelnen Schalen bedingt sein können. Die geschilderten Zusammenhänge zeigen, dass bei zweischaligen Konstruktionen zur Erzielung einer besseren Schalldämmung als bei einschaligen

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die Resonanzfrequenz möglichst tief, am besten unter 100 Hz

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die Koinzidenzgrenzfrequenz der einzelnen Schalen entweder ebenfalls sehr tief (unter 100 Hz, ausreichend biegesteif) oder hoch (über 1600 Hz, biegeweich)

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ungleich dicke Schalen

günstig sind.

<u>Bild S-18:</u>

Abhängigkeit des Schalldämm-Maßes zweischaliger Bauteile von der Frequenz (durchgezogene Kurve). Die gestrichelte Kurve zeigt das Verhalten eines gleich schweren → einschaligen Bauteils.

 
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