5. Dächer
Zwischensparrendämmung
Die am häufigsten angewandte Methode, um die Wärmedämmung eines Dachs zu verbessern, ist die Zwischensparrendämmung, da dies ohne hohen Aufwand, d.h. auch ohne Neueindeckung des Dachs durchführbar ist. Vorteilhaft ist die geringe Höhe, die beansprucht wird. Der nicht gedämmte Sparren bildet allerdings eine Wärmebrücke und beeinflusst so den Wärmedurchgangskoeffizienten. Bei der erzielbaren Energieeinsparung spielt eine entscheidende Rolle, welche Dämmschicht mit welcher Dämmschichtdicke verwendet wird. Der U-Wert kann mit Hilfe des Rechentools U-Wert-Berechnung abgeschätzt werden.
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Da die Dämmung zwischen den Sparren montiert wird, ist die Sparrenhöhe die entscheidende Größe für das Maß der Dämmstoffdicke. Sollte die Sparrenhöhe und damit auch die Dämmstoffdicke ein bestimmtes Maß unterschreiten, ist die Maßnahme allein nicht mehr sinnvoll und sollte durch eine → Auf- oder → Untersparrendämmung oder → Kombination mit einer dieser Maßnahmen ersetzt werden.
Grundsätzlich sollte eine Dampfsperre einer Dampfbremse vorgezogen werden, wenn sich das außerhalb der Dampfbremsebene bildende Tauwasser nicht vollständig, die Konstruktion nicht schädigender Weise austrocknen kann.
Wärme:
Die Zwischensparrendämmung ist in ihrer Funktion vergleichbar mit einer Kerndämmung. Die zusätzlich angebrachte Wärmedämmschicht liefert entsprechend ihrer Dicke und Wärmeleitfähigkeit einen Beitrag zum Wärmedurchlasswiderstand. Dementsprechend wird der Wärmedurchgangskoeffizient der Dachkonstruktion herabgesetzt, d.h. der Wärmeschutz verbessert. Das wesentliche Problem bei dieser Dämmungsart besteht darin, dass sich Felder mit verbesserten Wärmedämmeigenschaften und Balkenbereichen abwechseln, die durch die Maßnahme im Verhältnis zu den gedämmten Flächen zu Wärmebrücken, d.h. zu Schwachstellen werden. Vor der Modernisierung waren es noch die Felder, nach der Modernisierung sind es die Balken, die als Wärmebrücken wirken. Somit sind auch hier die Regeln zur Berechnung der → Wärmeleitung inhomogener Bauteile zu beachten.
Feuchte:
Da diese Maßnahme den Wärmeschutz und die Temperaturverteilung im Dach als Kerndämmung beeinflusst, hat sie auch Auswirkungen auf die Dampfdiffusion. Bei Anwendung von feuchteempfindlichen Dämmstoffen, wie z.B. Mineralfaser, ist eine Dampfsperre auf der Innenseite der Dämmschicht anzubringen. Als besonders sicher haben sich feuchteadaptive Dampfbremsen mit variabler Dampfdichtigkeit in der Praxis bewährt.
Schall:
Durch die Zwischensparrendämmung wird die Schalldämmung der Dachkonstruktion deutlich verbessert. Aus akustischer Sicht handelt es sich um eine → zweischalige Konstruktion, die je nach Art und Dicke der Dämmschicht (Schalenabstand) sowie flächenbezogene Masse der beiden Schalen, können bewertete Schalldämm-Maße von 40 bis 55 dB erzielt werden.
Bei einer vollständigen Füllung des Dachhohlraumes (Hohlraumdämpfung) wird die Flankenübertragung entlang der Dachkonstruktion weitgehend unterdrückt. Dadurch wird die Schalldämmung von Trennwänden kaum beeinträchtigt.
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<u>Achtung:</u>
- | Schadstoffbelastungen durch Holzbauteile bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem chemischen Holzschutz. In den 1970er Jahren wurden große Mengen von Holzschutzmitteln im Außen- und Innenbereich verwendet. Lindan, PCP (Pentachlorphenol) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) zählen zu den schwerflüchtigen Verbindungen, die sich nach dem Ausgasen schnell wieder an Oberflächen abscheiden, wodurch es zu gravierenden Schadstoffanreicherungen in Innenräumen kommen kann. Lindan und PCP sind in Holzschutzmitteln der BRD seit 1989 verboten. PCP wird eindeutig als krebserregend eingestuft, bei Lindan wird über eine solche Wirkung diskutiert. In der DDR wurde bis 1989 das Insektizid DDT eingesetzt, in der BRD ist es seit 1972 verboten. DDT ist erbgutverändernd, steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und wird von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. DDT kann insbesondere bei Abbrucharbeiten freigesetzt werden. | ||||
- | Bescheinigungen über Hersteller, Menge und Art des Holzschutzmittels sollten nebst zugehörigem Überwachungszeichen vorliegen; dabei sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedingt zu beachten. | ||||
- | Die Verträglichkeit von Holzschutzmitteln mit vorhandenen Schutzmitteln oder Anstrichen muss geprüft werden. | ||||
- | Die Befestigung der Dämmung hat entsprechend den Angaben in der bauaufsichtlichen Zulassung bzw. des Herstellers zu erfolgen. | ||||
- | Beim Umgang mit Mineralfaserdämmstoffen ist für ausreichende Durchlüftung zu sorgen; beim Trennen sollte keine Säge verwendet werden. | ||||
- | Bei eingebrachten Dämmungen ist auf Konvektionsdichtheit zu achten; Fugen, Knickpunkte, Fußpunkte und dgl. sind mit ausreichend breiten selbstklebenden und dampfdichten Fugenbändern abzukleben, wenn nicht durch die Art oder Form der Dämmstoffe ein Luftdurchsatz verhindert wird. | ||||
- | Dampfsperren und -bremsen sollten geklebt, nicht geklammert werden; falls doch, müssen die Befestigungsstellen mit Dichtband versehen werden. | ||||
- | Die Lüftung darf durch Dickenzunahme bei Verwendung von Mineralwollematten nicht behindert werden; notfalls sind Distanzleisten einzubauen. | ||||
- | Detail: Anschluss Traufe
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- | Detail: Anschluss an eine aufgehende Wand
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<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]
- EnEV
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
- DIN 68126 Profilbretter mit Schattennut
- DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
- DIN 18334 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Zimmer- und Holzbauarbeiten
- DIN V 20000 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken
- DIN EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation
- DIN EN 13163 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS) - Spezifikation
- DIN EN 13168 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzwolle-Mehrschichtplatten (WW-C) - Spezifikation
- DIN EN 13169 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Blähperlit (EPB) - Spezifikation
- DIN EN 13170 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Kork (ICB) - Spezifikation
- DIN EN 13171 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) - Spezifikation
- DIN EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen - Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung
- DIN EN 14519 Innen- und Außenbekleidungen aus massivem Nadelholz - Profilholz mit Nut und Feder
- DIN EN 15101 Wärmedämmstoffe für Gebäude - An der Verwendungsstelle hergestellte Wärmedämmung aus Zellulosefüllstoff
- DIN EN 15146 Innen- und Außenbekleidungen aus massivem Nadelholz - Profilholz ohne Nut und Feder
- ChemVerbotsV Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz
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