3. Fenster und Türen
Anschluss von Innentüren
Der untere Anschluss von Fenstertüren wie Balkon- oder Terrassentüren wird im Abschnitt → Dacheinschnitt behandelt. Der Einbau einer Tür erfolgt von innen mit Anschlag oder in die glatte Leibung ohne Anschlag. Türen gibt es in genormten Größen mit entsprechenden Standard-Einbaurahmen. Im Rahmen der Altbaumodernisierung kann zwischen einer vollständigen Erneuerung (Austausch der gesamten Türkonstruktion inkl. Rahmen), Türbaltterneuerung (Austausch des Türblattes unter Beibehaltung des alten Rahmens), Runderneuerung (Überarbeitung/Ausbesserung sämtlicher Türbestandteile) und Teilerneuerung (Überarbeitung einzelner Türbestandteile) unterschieden werden. Bauphysikalische Anforderungen an Innentüren betreffen in der Regel lediglich den Schallschutz.
<u>Zarge und Türfälze bei Schallschutztüren</u>
| Die Verbindungen zwischen Zarge und Wandkonstruktion müssen, wie beim Fensterrahmen, dauerbeständig mit einem gut haftenden Dichtungsmaterial verfüllt werden. Die Füllungen sollen vor allem dicht sein. Bei Stahlzargen (a) ist deren übliches Einsetzen mit Mörtel auch in schalltechnischer Hinsicht geeignet. Zur Füllung der Hohlräume zwischen Holz- oder Kunststoffzargen (b) und der Wand können im allgemeinen sowohl Mineralfasererzeugnisse als auch Montageschäume zur Gewährleistung ausreichender Schalldämmung verwendet werden. Das wichtigste an der Zarge ist die Abdichtung zwischen Zarge und Tür sowie zwischen Zarge und Wand. Für die Schalldämmung einer Tür ist also nicht das Material der Zarge, sondern der Übergang zum Türblatt und zur Wand entscheidend. Die Türfälze werden wegen des direkten Schalldurchgangs mit elastischen Türdichtungen abgedichtet. |
<u>Dichtungen</u>
In den Schließfugen der Türen (Bild 3.2.1-12) werden vor allem elastische Dichtungen eingesetzt, für die, wie bei Fenstern, eine Einfederung von mindestens 1 bis 5 mm empfehlenswert ist. Die Schließkräfte sollten nicht über das für die notwendige Fugendichtung erforderliche Maß hinaus erhöht werden, damit sich die Türblätter nicht verziehen. Diese müssen entsprechend eben und verwindungssteif sein. (Haus- und Wohnungseingangstüren sollten zur einwandfreien Blattführung mit einem dritten Band ausgestattet sein.) |
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| Während in der Zarge in der Regel einfache Anschlagdichtungen eingesetzt werden, wird im Bodenbereich vielfach keine Anschlagschwelle gewünscht. Gerade im Bodenbereich ist aber die Fugendichtung der Tür wichtig, weil die Schalltransmission dort infolge des in Raumkanten erhöhten Schalldruckpegels besonders groß sein kann. Als Möglichkeiten, eine Anschlagschwelle zu vermeiden, sind in Bild 3.2.1-13 eine gewölbte Höckerschwelle und mechanische Bodendichtungen dargestellt. Vor allem im Bodenbereich von Türen ist auch mittels Resonatoren eine Verbesserung der Fugenschalldämmung möglich. Wenn Türen auch rauchdicht sein sollen (z. B. Wohnungseingangstüren), sind solche Maßnahmen allein aber ungeeignet. |
Die Schalldämmung von Türen lässt sich wesentlich verbessern, wenn mehrere Einzeltüren hintereinander angeordnet werden. Bei sehr hohen Schallschutzanforderungen, etwa am Eingang von Zuhörersälen oder Studios, wird zwischen diesen Türen ein großer Abstand vorgesehen (> 1 m) und dieser Bereich schallabsorbierend ausgestattet. Eine solche Türanordnung wird als Schallschleuse bezeichnet.
Wärme:
Wärmetechnische Anforderungen an den Rahmen und an das Türblatt bestehen in der Regel nur bei Hauseingangs-, Balkon- sowie Terrassentüren. Innentüre, die nicht dem Freiluft- oder Außenklima ausgesetzt sind, müssen keine wärmetechnische Anforderungen erfüllen.
Feuchte:
Besondere Anforderungen gelten für Innentüren aus Holz, Holzwerkstoffen (nach DIN 68706) für den Einsatz in Feucht- und Nassräumen.
Es wird zwischen Beanspruchungen im Feuchtraum- und im Nassraumbereich unterschieden, je nachdem ob die Tür kurzfristig einer Feuchteeinwirkung auf der Oberfläche (z.B. auf Grund hoher Luftfeuchte) oder langanhaltenden Nässeeinwirkungen und häufigem direktem Spritzwasser ausgesetzt ist.
Schall:
Wie bei Fenstern kann eine ausreichende Schalldämmung auch bei Türen nur erzielt werden, wenn Schlitze im Einbau- und Funktionsbereich durch gute Fugendichtung vermieden werden. Beispielsweise reicht eine Schlitzfläche von 1 cm<sup><small>2</small></sup>, die einem Schlitz von 0,2 mm Breite und 0,5 m Länge entspricht, aus, um die Schalldämmung dieser Tür um 3 dB zu verschlechtern.
→ Tabelle AS-11 enthält eine Zusammenstellung der Konstruktionsparameter von Türen, deren Beachtung es ermöglicht, eine bestimmte geforderte Schalldämmung zu gewährleisten. Ein dichter Einbau der Zarge ist dabei Voraussetzung. Analog zu den Fenstern müssen Maßnahmen am Türblatt (wie dort an den Fensterflügeln) mit denen an der Dichtung aufeinander abgestimmt sein.
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<u>Achtung:</u>
- | Innentürelemente können vor Einbringen des Estrichs, vor Aufbringen des Bodenbelages oder nach Fertigstellung der Nutzschicht eingebaut werden; der Zeitpunkt nach der jeweiligen Bauabwicklung zu wählen. |
- | Umweltschädigende Treibmittel enthaltende Montageschäume dürfen aus Umweltschutzgründen und im Interesse der Verarbeiter (Gefahr durch leicht entzündliche giftige Gase) nicht mehr eingesetzt werden. |
- | Die dreiseitig umlaufende Falzdichtung muss so beschaffen sein, dass sie die zulässigen Verformungen des Türblattes ausgleichen kann und bei geschlossener Tür in ihrer gesamten Länge an der Türzarge bzw. Türblattoberfläche dicht anliegt; entscheidend für die Dichtheit und damit auch für das schallschutztechnische Verhalten ist, dass Falzdichtung und Bodendichtung umlaufend in einer Ebene liegen. |
- | Dichtungsprofile dürfen keinesfalls überstrichen werden, da die Gefahr der Verklebung mit dem Anstrich und Ausmagerung bzw. Versprödung besteht. |
- | Maßhaltige Bauteile sollten regelmäßig überprüft werden, um etwaige Fehlstellen einer evtl. vorhandenen Beschichtung frühzeitig zu erkennen. |
- | Blei-, Cadmium- und Zinkverbindungen können in den Pigmenten von Farben und Lacken auftreten. Werden blei- und cadmiumbelastete Anstriche mechanisch durch Abbrennen oder Abschleifen entfernt, können durch den freiwerdenden Staub hohe Schadstoffbelastungen entstehen. |
- | Für Dichtungsmaterialien wie Kitte und Dichtungsmassen wurden früher Weichmacher wie PCB (polychlorierte Biphenyle) verwendet, die sich durch ihren Chloranteil und ihre chemische Struktur unterscheiden. PCB zählen zu den schwer flüchtigen Schadstoffen, sind sehr beständig und widerstandsfähig gegen Säuren und Laugen und biologisch schwer abbaubar. Da PCB im menschlichen Fettgewebe langfristig gespeichert werden und im Verdacht stehen, krebserregend zu wirken, sind sie in der BRD in bestimmten Konzentrationen oder Zusammensetzungen verboten (ChemVerbotsV, PCB-Richtlinie). |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
- DIN 107 Bezeichnung mit links oder rechts im Bauwesen
- DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
- DIN 18100 Türen – Wandöffnungen für Türen – Maße entsprechend DIN 4172
- DIN 18101 Türen – Türen für den Wohnungsbau – Türblattgrößen, Bandsitz und Schlosssitz
- DIN 18202 Toleranzen im Hochbau – Bauwerke
- DIN 18268 Baubeschläge – Türbänder – Bandbezugslinie
- DIN 68706 Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen
- DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
- DIN 18355 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Tischlerarbeiten
- DIN 18357 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Beschlagarbeiten
- DIN V 20000 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken
- DIN EN 1627 Einbruchhemmende Bauprodukte (nicht für Betonfertigteile) – Anforderungen und Klassifizierung
- DIN EN ISO 1163 Kunststoffe – Weichmacherfreie Polyvinylchlorid (PVC-U)-Formmassen
- VDI 3728 Schalldämmung beweglicher Raumabschlüsse – Türen, Tore und Mobilwände
- BFS Merkblatt Nr. 23 Technische Richtlinien für das Abdichten von Fugen im Hochbau und von Verglasungen
- RAL-RG 426/1 Innentüren aus Holz und Holzwerkstoffen – Türblätter aus Holz und Holzwerkstoffen
- RAL-RG 607/2 Anforderungen an Einsteckschlösser und Rohrrahmenschlösser mit Falle und Riegel sowie für Mehrfachverriegelungen
- ChemVerbotsV Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz
- GefStoffV Verordnung zum Schutz vor Gefahrstoffen
- PCB-Richtlinie Richtlinie für die Bewertung und Sanierung PCB-belasteter Baustoffe und Bauteile in Gebäuden
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