7. Treppen

Schallabsorbierende Dämmplatte an Treppenunterseite

Im Zusammenhang mit Massivtreppen entsteht durch eine Treppenverkleidung ein zweischaliges Bauteil aus zwei Massen (Massivtreppe und Unterdeckenschale). Dadurch kann das Schalldämm-Maß verbessert werden (→ Schalldämmung zweischaliger Bauteile). Da die Luftschicht zwischen den beiden Massen bei einer Deckenverkleidung sehr gering ausfällt, ist zu einer ausreichenden Verbesserung des Schalldämm-Maßes meist eine Hohlraumdämpfung im Zwischenraum von Vorteil.

Eine Massivtreppe weist im Gegensatz zur Holztreppe eine wesentlich höhere flächenbezogene Masse auf. Eine 16 cm dicke Stahlbetonplatte hat somit schon einen ausreichenden Schallschutz. Eine Treppenverkleidung verbessert zusätzlich den Trittschallschutz, jedoch meist nur ungenügend, da die Flankenübertragung über angrenzende Wände verbleibt.

<u>Bild 7.2.3-1:</u>

Schallabsorbierende Verkleidung der Unterseite eines Treppenlaufes


In Treppenhäusern, insbesondere in mehrgeschossigen großen Mehrfamilienhäusern, aber auch in kleineren Einfamilienhäusern mit zwei oder mehr Stockwerken, können Schallabsorptionsmaßnahmen zur Lärmminderung sinnvoll eingesetzt werden. Hier geht es ergänzend zur Verringerung des Schalldruckpegels auch um eine Verkürzung der Nachhallzeit, weil die Halligkeit solcher Räume als lästig und störend empfunden wird. Schallabsorptionsmaßnahmen dienen damit einer raumakustischen Qualität, die zwar keiner Forderung unterliegt, aber insbesondere in Gebäuden mit höheren Komfortansprüchen unerlässlich ist. Schallabsorptionsmaßnahmen in Vorräumen und Gängen tragen dabei auch zur Verminderung der Schallübertragung zwischen benachbarten Räumen über die Türen bei. Durch die Verkürzung der Nachhallzeit wird gleichzeitig die Sprachverständlichkeit erhöht.

Holz als Konstruktionsmaterial wird vorzugsweise bei an der Treppenunterseite direktmontierten Bekleidungen eingesetzt. Die Bekleidung selbst kann fugenlos oder fugenhaft ausgebildet sein.
Fugenlose Bekleidungen bestehen aus plattenförmigen Halbzeugen, vor allem unterschiedlich vergüteten Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten und Gipskarton-Putzträgerplatten, die auf der Baustelle an Unterkonstruktionen aus Metall oder Holz in Trockenmontage befestigt werden. Die Plattenfugen werden so verspachtelt, dass ein geschlossener Bekleidungsspiegel, eine ebene, fugenlose Unterschicht, entsteht.


Wärme:
Die unterseitige Verkleidung einer Treppe hat keine wärmetechnische Auswirkungen.

Feuchte:
Die unterseitige Verkleidung der Treppe in geschlossenen Treppenräumen hat auf den Feuchteschutz keine Auswirkung.

Schall:
Um die Halligkeit von Treppenräumen zu reduzieren sind verschiedene Absorptionsmaßnahmen geeignet. In der Regel sind es die Reflexionen bei tiefen Frequenzen am störendsten, deshalb können hier Plattenabsorber wirksam eingesetzt werden. Der Abstand zwischen der Treppenunterseite und der Platte liegt in der Praxis zwischen 4 und 6 cm. Dadurch ergibt sich ein Masse-Federsystem, das bei tiefen Frequenzen einen hohen Schallabsorptionsgrad besitzt. Der Hohlraum soll dabei mit einem porösen Absorber (meistens aus Mineralfaserplatten) bedämpft werden (Hohlaumdämpfung ).


<u>Achtung:</u>

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Tragende Teile wie die Unterkonstruktion und deren Verbindungselemente müssen die Lasten der Bekleidungen sicher auf die tragenden Bauteile (die Treppe selbst) übertragen können, der Untergrund muss ausreichend tragfähig sein.

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Die Unterkonstruktion dient der Befestigung der Decklage und darf sich unter der Last des Bekleidungsmateriales weder durchbiegen noch verformen

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In Feucht- und Kellerräumen ist auf den Einsatz feuchtraumgeeigneter gipshaltiger Baustoffe zu achten.

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Die Einbaurandbedingungen wie Luftfeuchtigkeit etc. sind auch im Trockenbau zu beachten.

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Die einzelnen Komponenten eines Trockenbausystems dürfen nur als vollständige Systeme verwendet werden. Die einwandfreie Funktion eines Trockenbausystems wird maßgeblich durch aufeinander abgestimmte Systemkomponenten eines Herstellers gewährleistet.

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Öffnungen müssen aus ganzen Platten ausgeschnitten werden, damit keine Fugen an den Öffnungsrändern liegen.


<u>Normen und Richtlinien:</u> [1]

  • DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
  • DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
  • DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 1045 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton
  • DIN 1055 Einwirkungen auf Tragwerke
  • DIN 18065 Gebäudetreppen — Definitionen, Meßregeln, Hauptmaße
  • DIN 18168 Gipsplatten-Deckenbekleidungen und Unterdecken
  • DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
  • DIN 18340 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Trockenbauarbeiten
  • DIN V 20000 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken
  • DIN EN 520 Gipsplatten - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
  • DIN EN 12354 Bauakustik – Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften
  • DIN EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation
  • DIN EN 13950 Gips-Verbundplatten zur Wärme- und Schalldämmung - Begriffe, Anforderungen und Prüfverfahren
  • DIN EN 13964 Unterdecken ­- Anforderungen und Prüfverfahren
  • DIN EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen - Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung
  • DIN EN 14843 Betonfertigteile — Treppen

 
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[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit