3. Fenster und Türen
Anschluss unten mit WDVS
Der untere Anschluss von Fenstertüren wie Balkon- oder Terrassentüren wird im Abschnitt → Dacheinschnitt behandelt.
Der untere Anschluss eines Fensters wird von einer inneren und eineren äußeren Brüstungsabdeckung gebildet. Diese Abdeckungen nennt man Fensterbank, im Außenbereich auch Sohlbank. Angeschlossen werden die Abdeckungen an im Blendrahmen vorhandene Nuten oder Aussparungen. Die Abdichtung erfolgt zwischen Rahmen und Brüstung und wird seitlich weitergeführt.
Die äußere Brüstungsabdeckung, die Sohlbank, bildet gleichzeitig den unteren Bauteilsabschluss des Fensters. Sie ist der Witterung ausgesetzt und muss das anfallende Niederschlagswasser, das vom Fenster abfließt, von der Fassade ableiten, um Verschmutzungen sowie Durchfeuchtungen zu vermeiden. Die Sohlbank sollte deshalb mindestens 30 bis 40 mm überstehen, Tropfkanten aufweisen und durch die seitlichen Anschlüsse an die Leibungsflächen in Form einer Wannenausbildung oder mit seitlichen Endstücken das Eindringen von Niederschlagswasser verhindern.
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Äußere Fensterbänke bestehen heutzutage meist aus, evtl. pulverbeschichteten oder eloxierten, Aluminium- oder Kunststoffprofilen, im Bestand auch aus Ziegel (Klinker), Natur- und Werkstein oder Zink- und Kupferblech.
Für den Einbau bei Wärmedämmverbundsystemen haben sich seitlich hochgezogene Fensterbänke und ein Anschluss mit selbst rückstellenden Dichtbändern (Kompribändern) bewährt. Bei vorhandener Abdichtung und Wärmedämmung unter der Sohlbank muss die Abdichtung immer über der Wärmedämmung angebracht werden, um eine Durchfeuchtung des Dämmstoffes zu verhindern.
Das Dichtsystem muss mit den angrenzenden Oberflächen, unter Beachtung deren Beanspruchbarkeit, verträglich sein. Da die Anschlussfuge zwischen Fenster und Baukörper eine Bewegungsfuge ist und somit mit Veränderungen der Fugenbreite während der Nutzung zu rechnen ist, müssen Dichtsystem und Befestigungssystem aufeinander abgestimmt werden. Eine Abdichtung dieser Fugen ist mittels spritzbarer Kunststoffe, imprägnierter Dichtungsbahnen aus Schaumkunststoffen oder Fugendichtungsbändern möglich.
Wärme:
Neben den Wärmedämmeigenschaften des Rahmens und der Verglasung selbst ist bei neuen Fenster auch die Dichtheit maßgeblich für ein angenehmes Raumklima und eine hohe Wärmedämmung. Durch eine dauerhaft luftdichte Abdichtung wird verhindert, dass kalte Luft von außen in den Wohnraum eindringt. Auch die Dämmung zwischen Fenster und Leibung ist maßgebend, um eine hohe Wärmedämmung am Fenster zu erreichen. Zudem wird das WDVS auch über den Blendrahmen montiert, um Wärmeverluste durch den Fensterrahmen zu minimieren.
Feuchte:
Die bessere Wärmedämmung des Fensters führt zu einer höheren Oberflächentemperatur an der Bauteilinnenseite. Diese Erhöhung der Temperatur vermindert die Gefahr von → Oberflächentauwasser im Bereich der Fensterleibung und am Fenster selbst. Die Abdichtung des Fensters durch Fugendichtbänder bzw. Dichtfolien (außen dauerhaft schlagregendicht, innen dauerhaft luftdicht) muss ermöglichen, dass temporäres Tauwasser im Bereich des Anschlusses nach außen austrocknen kann.
Schall:
Erfahrungen zeigen, dass die im Labor gemessenen und durch Prüfzeugnisse bestätigten Werte der Schalldämmung von Fenstern am Bau vielfach erheblich (bis zu etwa 10 dB) unterschritten werden. Der wesentlichste Grund dafür sind die Undichtheiten der Fugen. Dabei ist prinzipiell zwischen den (inneren und äußeren) Anschlussfugen (oder Einbaufugen) zwischen Wand und Rahmen einerseits und den Funktionsfugen (oder Arbeitsfugen) zwischen Rahmen und Flügel andererseits zu unterscheiden. Um den Schalldurchgang zu vermindern, können unterschiedliche Dichtungsarten verwendet werden.
Bei den Anschlussfugen ist stets eine Versiegelung, d.h. ein Verfüllen des gesamten Hohlraumes sinnvoll. Voraussetzungen einer ausreichenden Fugenschalldämmung sind eine genügend hohe Rohdichte des verwendeten Füllmaterials und eine gute, dauerhafte Kontaktfläche zu den anschließenden Bauteilen. Verschiedene Arten geeigneter dauerelastischer Dichtstoffe (z.B. Kitte, Schäume) sind hierfür verfügbar. Sie sollten auf keinen Fall offenporig sein.
Aus → Tabelle AS-10 können bewertete Schalldämm-Maße verschiedener Fenster entnommen werden.
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<u>Achtung:</u>
- | Die innere Abdichtung muss luftdicht ausgeführt sein, damit bei anliegendem Winddruck keine Kaltluft zu unangenehmen Zugerscheinungen im Inneren führen und feuchte und warme Raumluft nicht in die Anschlussfuge gelangen kann; dies könnte während der Heizperiode Feuchtigkeitsschäden durch Kondensation verursachen. |
- | Die mittlere Abdichtung zwischen Fensterrahmen und Wand muss vollständig mit wärme- und/oder schalldämmendem Material gefüllt sein. |
- | Die äußere Abdichtung muss schlagregendicht ausgeführt sein, um den Eintritt von Feuchtigkeit durch Witterungseinflüsse zu verhindern; das Abdichtungsmaterial sollte diffusionsoffen sein, damit in der Konstruktion vorhandene Feuchtigkeit wieder abgegeben werden kann. |
- | Äußere Einflüsse, wie Bauwerksbewegungen, dürfen die Abdichtungen nicht in ihrer Funktion beeinträchtigen. |
- | Mögliche Längenänderungen müssen rissfrei aufgenommen werden können, dies bedingt entsprechende materialgerechte Dimensionierungen und konstruktive Ausbildungen der Sohlbank. |
- | Besonders bei metallischen Fensterbänken ist auf die thermische Dehnung zu achten. Ab Fensterbanklängen über 1,5 m sollten speziell bei dunklen Farbtönen Dilatationsfugen eingeplant werden. |
- | Zur Verringerung von Wärmebrücken muss die Sohlbank mit Wärmedämmung hinterfüttert werden. |
- | Bei Metallfensterbänken sind bei Ausladungen von mehr als 15 cm zusätzliche Befestigungen zum Schutz vor Abheben notwendig. |
- | Das Gefällle der Sohlbank soll i.d.R. > 5° betragen. |
- | Zur Minderung von Trommelgeräuschen sind geeignete Entdröhnungsmaßnahmen auf der Unterseite der Fensterbank erforderlich. |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]
- EnEV
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
- DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
- DIN 107 Bezeichnung mit links oder rechts im Bauwesen
- DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
- DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
- DIN 18055 Fenster - Fugendurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und mechanische Beanspruchung
- DIN 18540 Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen
- DIN 18542 Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff
- DIN 18545 Abdichten von Verglasungen mit Dichtstoffen
- DIN 52452 Prüfung von Dichtstoffen für das Bauwesen - Verträglichkeit der Dichtstoffe
- DIN 52619 Bestimmung des Wärmedurchlaßwiderstandes und Wärmedurchgangskoeffizienten von Fenstern
- DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
- DIN 18360 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Metallbauarbeiten
- DIN 18361 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Verglasungsarbeiten
- DIN EN 12207 Fenster und Türen - Luftdurchlässigkeit
- DIN EN 12208 Fenster und Türen - Schlagregendichtheit
- DIN EN 12210 Fenster und Türen - Widerstandsfähigkeit bei Windlast
- DIN EN ISO 1163 Kunststoffe - Weichmacherfreie Polyvinylchlorid (PVC-U)-Formmassen
- BFS Merkblatt Nr. 21 Technische Richtlinien für die Planung und Verarbeitung von Wärmedämm-Verbundsystemen
- BFS Merkblatt Nr. 23 Technische Richtlinien für das Abdichten von Fugen im Hochbau und von Verglasungen
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