6. Decken
HBD - Dachbodendämmung
Wird der Raum zwischen der letzten Geschossdecke und der eigentlichen Dachhaut belüftet, ist also mit der Außenluft direkt verbunden, kommt es in diesem Zwischenraum im Winter zu einer starken Abkühlung bis weit unter die Frostgrenze und im Sommer durch Wärmestau zu Temperaturen bis über 60 °C, Dachgeschossdecken müssen daher mit einer oberseitig aufgebrachten Wärmedämmung geschützt werden. Wenn keine Anforderungen an den Schallschutz, wie z.B. bei Decken zwischen Wohnbereichen und unbeheizten Dachböden, gestellt werden, ist es ausreichend, lediglich den Wärmeschutz der Decke zu verbessern. Dies kann beispielsweise durch Anbringen einer Wärmedämmschicht auf der Oberseite der ursprünglichen Decke erzielt werden.
| Bild 6.2.1-6 zeigt eine alte Holzbalkendecke mit einem nachträglich aufgebrachten Wärmedämmverbundelement, das sich aus Hartschaumdämmplatten und imprägnierten Spanplatten zusammensetzt. Die Dampfsperre muss unterhalb vom Verbundelement angeordnet sein, weil eine Dampfdiffusion unter winterlichen Verhältnissen von unten (innen beheizt) nach oben (außen kalt) einsetzen wird. Der Dachboden ist in diesem Fall (ohne Maßnahmen zur Trittschalldämmung) nicht für Wohnzwecke gedacht. |
Die Wärmedämmung sollte auf und nicht unterhalb der Decke angeordnet werden, weil die Ausführung kostengünstiger, die Verlegung der Dämmplatten einfacher und oberseitig (außenseitig) die bauphysikalisch richtige Anordnung gegeben ist.
Auf Decken von nicht genutzten Dachräumen können die Dämmplatten prinzipiell ohne Abdeckung verlegt werden, ggf. mit aufgelegten Laufbohlen für den Schornsteinfeger. Dann ist allerdings darauf zu achten, dass die Dämmplatten für diesen Anwendungsfall (Druckbelastung) geeignet sind bzw. muss eine alternative Form der Lastabtragung gefunden werden.
<u>Wärme:</u>
Mit Hilfe des Wärmedämmverbundelementes wird der Wärmeschutz der Decke verbessert. Die Wärmedämmschicht besitzt einen vergleichsweise hohen Wärmedurchlasswiderstand, was zu einem günstigen niedrigeren U-Wert der gesamten Deckenkonstruktion führt.
Bei der Berechnung des U-Wertes ist zu berücksichtigen, dass es sich bei einer Holzbalkendecke um ein inhomogenes Bauteil handelt. Hierbei sind die Regeln zur Berechnung der → Wärmeleitung inhomogener Bauteile zu beachten.
<u>Feuchte:</u>
Durch das Anbringen der Wärmedämmschicht auf der kalten Seite der Konstruktion, wird die Temperatur in der bestehenden Decke erhöht. Die Erhöhung der Bauteiltemperatur und somit auch der Bauteiloberflächentemperatur im Innern hat einen besseren Schutz vor → Oberflächentauwasser zur Folge. Durch die Erhöhung der Temperatur im Innern des Bauteils sinkt auch die Gefahr der Tauwasserbildung im innern des Bauteils. Der bestehende Teil der alten Holzbalkendecke bleibt weiterhin diffusionsoffen und somit besteht die Möglichkeit einer Feuchtetransport durch Dampfdiffusion. Eine zusätzliche Dampfsperre unter dem Verbundelement verhindert, dass evtl. auftretende Feuchte in die Dämmschicht eindringt.
<u>Schall:</u>
Bei Verwendung von Verbundelementen aus Polystyrol-Hartschaumplatten ist davon auszugehen, dass die dynamische Steifigkeit der Dämmschicht zu hoch liegt, da sie ausschließlich für eine wärmetechnische Anwendung entwickelt und nicht für den Schallschutz dimensioniert worden sind. Die Resonanzfrequenz der Konstruktion liegt in diesem Fall in einem ungünstig hohen Frequenzbereich und verursacht Einbrüche in der Schalldämmung und wirkt auch ungünstig auf die Trittschalldämmung der Decke aus.
<u>Achtung:</u>
- | Schadstoffbelastungen durch Holzbauteile bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem chemischen Holzschutz. In den 1970er Jahren wurden große Mengen von Holzschutzmitteln im Außen- und Innenbereich verwendet. Lindan, PCP (Pentachlorphenol) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) zählen zu den schwerflüchtigen Verbindungen, die sich nach dem Ausgasen schnell wieder an Oberflächen abscheiden, wodurch es zu gravierenden Schadstoffanreicherungen in Innenräumen kommen kann. Lindan und PCP sind in Holzschutzmitteln der BRD seit 1989 verboten. PCP wird eindeutig als krebserregend eingestuft, bei Lindan wird über eine solche Wirkung diskutiert. In der DDR wurde bis 1989 das Insektizid DDT eingesetzt, in der BRD ist es seit 1972 verboten. DDT ist erbgutverändernd, steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und wird von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. DDT kann insbesondere bei Abbrucharbeiten freigesetzt werden. |
- | Bescheinigungen über Hersteller, Menge und Art des Holzschutzmittels sollten nebst zugehörigem Überwachungszeichen vorliegen; dabei sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedingt zu beachten. |
- | Die Verträglichkeit von Holzschutzmitteln mit vorhandenen Schutzmitteln oder Anstrichen muss geprüft werden. |
- | Formaldehyd ist ein hauptsächlich in Holzwerkstoffen wie Fertigparkett oder Spanplatten vorkommender Schadstoff, da der Leim dieser Werkstoffe oft aus formaldehydhaltigen Verbindungen besteht. Formaldehyd ist eine bei Zimmertemperatur gasförmig vorliegende, farblose Substanz mit stechend durchdringendem Geruch und wirkt stark reizend. Formaldehyd wurde als Substanz mit begründetem Verdacht auf ein krebserzeugendes Potential[1] eingestuft. Die schädliche Wirkung ist jedoch konzentrationsabhängig, je nach Leimanteil. Vor allem beschädigte, angebohrte oder angesägte Platten können Formaldehyd emittieren. Seit 1977 gibt es verbindliche Richtwerte für die tolerable Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen, seit 1980 eine entsprechende Richtlinie, die Spanplatten in Emissionsklassen unterteilt und ihre Verwendung regelt. Diese Vorschriften gelten auch für alle anderen Holzwerkstoffe. |
- | Der Untergrund muss ausreichend tragfähig sein. |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[2]
- EnEV
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
- DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
- DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
- DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
- DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
- DIN V 20000 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken
- DIN EN 1910 Parkett und andere Holzfußböden und Wand- und Deckenbekleidungen aus Holz – Bestimmung der Dimensionsstabilität
- DIN EN 12354 Bauakustik – Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften
- DIN EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation
- DIN EN 13163 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS) - Spezifikation
- DIN EN 13165 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Polyurethan-Hartschaum (PUR) - Spezifikation
- DIN EN 13167 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Schaumglas (CG) - Spezifikation
- DIN EN 13170 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Kork (ICB) - Spezifikation
- DIN EN 13171 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Holzfasern (WF) - Spezifikation
- DIN EN 13226 Holzfußböden – Massivholz-Elemente mit Nut und/oder Feder
- DIN EN 13227 Holzfußböden – Massivholz-Lamparkettprodukte
- DIN EN 13228 Holzfußböden – Massivholz-Overlay-Parkettstäbe einschließlich Parkettblöcke mit einem Verbindungssystem
- DIN EN 13442 Holzfußböden und Wand- und Deckenbekleidungen aus Holz – Bestimmung der chemischen Widerstandsfähigkeit
- DIN EN 13488 Holzfußböden – Mosaikparkettelemente
- DIN EN 13489 Holzfußböden – Mehrschichtparkettelemente
- DIN EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen - Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung
- DIN EN 14761 Holzfußböden – Massivholzparkett – Hochkantlamelle, Breitlamelle und Modulklotz
- DIN EN ISO 10848 Akustik – Messung der Flankenübertragung von Luftschall und Trittschall zwischen benachbarten Räumen in Prüfständen
- EGH Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1 Grundlagen des Schallschutzes
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