6. Decken

Bestand - Holzbalkendecken mit Strohlehmwickel

Holzbalkendecken mit Strohlehmwickel stellen eine besondere Form von → Holzbalkendecken dar. Sie wurden bis Ende des Zweiten Weltkrieges, oberseitig mit Dielung, unterseitig mit Putz auf Spalierlatten bzw. bis Ende des Ersten Weltkrieges nur verputzt, verbaut.
Durch die Füllung des Zwischenraumes zwischen den Balken entsteht eine weitgehend hohlraumfreie Konstruktion. Die Rohdecke wirkt daher aus akustischer Sicht als ein → einschaliges Bauteil.

<u>Bild 6.1-3:</u>

Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel

In Bild 6.1-3 wird eine Holzbalkendecke mit Strohlehmwickel und Lehmverstrich gezeigt. Die Schlackenfüllung dient hier als Ausgleichsschicht und Beschwerung.


<u>Wärme:</u>
Bei Holzbalkendecken zwischen Geschossen gleicher Nutzung sind keine wärmetechnische Anforderungen zu beachten. Erst bei Kellerdecken oder bei der obersten Geschossdecke müssen die wärmetechnischen Eigenschaften der Konstruktion den heutigen Anforderungen angepasst werden. Bei der Berechnung des U-Wertes ist zu berücksichtigen, dass es sich bei einer Holzbalkendecke um ein inhomogenes Bauteil handelt. Hierbei sind die Regeln zur Berechnung der → Wärmeleitung inhomogener Bauteile zu beachten.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Holz ist sehr anfällig für Schädlings- und Pilzbefall. Wobei der häufigste Befall der Braun- oder Weißfäulepilz oder der Echte Hausschwamm ist. Sie benötigen lediglich zur Entstehung einen Feuchtegehalt des Holzes von mehr als 18 %. Hat sich der Fruchtkörper einmal im Holz gebildet, versorgt er sich über seine langen Myzelstränge auch aus weiter entfernten durchfeuchteten Bereichen mit Feuchtigkeit. Der Schädlingsbefall folgt meistens nach dem Pilfbefall.

Zur Restaurierung der geschädigten Holzbalken stehen Maßnahmen wie das Anlaschen von Holzbohlen, der Einbau von Stahlschuhen, die Reparatur durch Kunstharzprothesen oder das Auswechseln der kompletten Balken zur Verfügung. Um eine weitere Durchfeuchtung und damit neue Schäden zu vermeiden muss die Abdichtung durchfeuchteter Bereiche sowie die Wand selbst trockengelegt werden. Zur Sicherheit sollten auch die Abdichtungen der Abflussrohre überprüft werden. Falls die Feuchte in den Wänden und Decken eine Folge von Tauwasser ist, so muss dringend die Wärmedämmung des Gebäudes erneuert werden. Ist das Holz jedoch schon so stark angegriffen, dass die Tragfähigkeit deutlich gemindert ist, ist ein Balkenaustausch unvermeidbar.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Holzbalkendecken in Altbauten erfüllen in der Regel nicht die Anforderungen, die heute an den Schallschutz gestellt werden. Der Grund dafür ist die zu geringe flächenbezogene Masse und die sichtbare Balken, die zu einer direkten Schallabstrahlung führen. Die Holzbalken gelten bei alten Deckenkonstruktionen auch im Allgemeinen als Schallbrücken.

Holzbalkendecken sind in der Regel selbst mit sichbaren Balken als mehrschalige Konstruktion aufgebaut. Durch die enthaltenen Hohlräumen wirken die Konstruktionen als komplizierte Resonanzsysteme, die vor allem bei tiefen Frequenzen starke Resonanzerscheinungen aufweisen, die zu Einbrüchen in der Luft- und Trittschalldämmung führen. Strohlehmwickel sind leicht und liefern keine Beschwerung der Konstruktion, sie dienen zur Bedämpfung des Deckenhohlraumes und dadurch werden Hohlraumresonanzen vermieden.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz


<u>Maßnahmen:</u>

6.2.1

Holzbalkendecken

-

Beschwerung der Rohdecken

-

Bodenaufbauten

-

Unterdecken und Deckenbekleidungen

-

Runderneuerung

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Wandanschlüsse

-

Dachbodendämmung

 
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