1. Außenwände

Bestand - Fachwerk-Konstruktionen

Die Technik der Fachwerkausfachung mit Staken oder Geflechten und Lehm wurde früher bei der Ausfachung von Wänden und Decken in Fachwerkhäusern angewendet und wird heute noch vereinzelt bei der Sanierung dieser Häuser praktiziert (Denkmalschutz). Wegen des höheren Material- und Arbeitsaufwandes wird diese Technik aber durch Leichtlehmtechnik abgelöst.
Bei dieser Ausfachungstechnik gibt es verschiedene Verfahren, wobei in den Gefachen zwischen den Holzbalken verschiedene Hölzer eingebracht werden, die zur Aufnahme des Lehm-Stroh-Fasergemisches dienen. Diese eingesetzten Hölzer, die so genannten Staken, sind geteilte Holzstäbe von einheimischen Nadel- und Laubbäumen. Die Hölzer werden meistens mittig in den Gefachen angebracht und dann von beiden Seiten mit dem Lehmgemisch beworfen. Man findet auch Trapezleisten und einfache Holzstöcke sowie Geflechte aus Weidenästen usw. Eine komplizierte Variante ist die so genannte Strohwickeltechnik. Hierbei werden die Staken zunächst mit Langstroh und Lehm umwickelt, bevor sie dann in die Gefache eingebracht und weiter mit Lehm beworfen werden.

<u>Bild 1.1-4:</u>

Bestands-Fachwerkaußenwand mit Lehmwickel oder Ausstakung

Bei Lehmständerwerken wird die Decken- und Dachlast allein auf Holzständer oder ähnliches Traggerippe aufgelagert. Die Felder sind mit Lehmsteinen, Leichtlehm, Strohlehm und auf Staken, Reisiggeflecht mit Lehmbewurf oder auf sonstige Art mit Lehm ausgefacht (DIN 18951).

Bei alten, denkmalgeschützten Fachwerkhäusern schreibt der Landeskonservator vor, wieder Lehm als Füll- und Putzmaterial zu verwenden. Allerdings handelt es sich dabei um eine sehr arbeitsintensive Sanierungsmaßnahme, die logischerweise mit hohen Kosten verbunden ist.
Die einfachste, kostengünstigste und die Statik am wenigsten belastende Lösung stellt die Ausmauerung mit Porenbeton dar<!--[Gerner (2008)]-->.</span>

<u>Bild 1.1-6:</u>

Fachwerksaußenwand im Bestand

<u>Bild 1.1-5:</u>

Bestands-Fachwerkaußenwand mit Natursteinen

Beim historischen Fachwerksbau erfolgte die eigentliche Wandbildung durch Ausmauerung oder Verkleidung der tragenden Konstruktion. Diese besteht aus waagrechten Schwellen (die zum Teil auf Sockeln aus Mauerwerk aufgelagert wurden), senkrechten Stielen (Pfosten, Ständern, Stützen, Säulen) und darüber waagrechten Rahmen (Rahmen) sowie schräg liegenden Streben. Durch die dreiecksförmige Auflösung einzelner Wandbereiche ergibt sich eine Stabilisierung in Wandlängsrichtung.
Die Konstruktion wird stockwerkweise aufgebaut. Zum Schutz des Holzes gegen die aufsteigende Feuchte des Kellers oder der Bodenplatte bzw. der Fundamente wird zwischen Schwelle und Mauerwerk oder Beton eine Horizontalsperre verlegt. Wichtig ist ein seitlicher Überstand der Fachwerkkonstruktion, damit sich am Fachwerk herunterlaufendes Wasser nicht zwischen Fachwerk und Mauerwerk bzw. Beton setzen kann. Zur Ausfachung eignen sich Mauerwerk oder Leichtbauplatten, allerdings sollte wegen etwaiger Fugenbildung erst bei ausreichender Austrocknung des Holzes ausgefacht werden. Abschließend wird der entweder vorstehende oder bündig mit dem Riegelwerk abschließende Außenwandputz aufgetragen.


<u>Wärme:</u>
Die Wärmeleitfähigkeit von Lehmbaustoffen wird durch die jeweiligen Zuschlagstoffe bestimmt. Sie verhält sich ungefähr proportional zur Rohdichte (ρ). Folgende Wärmeleitfähigkeiten (λ) können für Lehmbaustoffe angenommen werden:

<center>Rohdichte ρ
[kg/m<sup><small>3</small></sup>]</center>

<center>Wärmeleitfähigkeit λ
[W/mK]</center>

<center>1600 bis 1800</center>

<center>0,80</center>

<center>1400 bis 1600</center>

<center>0,65</center>

<center>1200 bis 1400</center>

<center>0,52</center>

<center>1000 bis 1200</center>

<center>0,40</center>

<center>800 bis 1000</center>

<center>0,30</center>

<center>600 bis 800</center>

<center>0,20</center>

<center>400 bis 600</center>

<center>0,15</center>

Bei der Berechnung des U-Wertes ist zu berücksichtigen, dass es sich bei einer Holzbalkendecke um ein inhomogenes Bauteil handelt. Hierbei sind die Regeln zur Berechnung der → Wärmeleitung inhomogener Bauteile zu beachten.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des Mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Lehmbaustoffe weisen gegenüber anderen mineralischen Baustoffen ein deutlich höheres Luftfeuchtesorptionsvermögen auf. Auch die Frage, ob die einen Raum umhüllenden Flächen einen signifikanten Einfluss auf das Raumklima haben können, kann als positiv beantwortet gelten. Die Verwendung hochsorptiver Wandoberflächen kann und soll die Lüftung eines Raumes nicht ersetzen, jedoch ist ein derartiger Feuchtespeicher bei wechselnden Feuchtebelastungen in Innenräumen eine effektive Ergänzung zur Raumlüftung<!--[Eckermann (2006)]-->.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Akustisch sind die Ausfachungen von Fachwerken als einschalige Wände zu betrachten. Ihre Schalldämmung hängt im Wesentlichen von ihrer flächenbezogenen Masse ab. Zur Abschätzung des Schalldämm-Maßes kann das Bergersche Massegesetz herangezogen werden, wenn die Konstruktion als "einschalig" gilt. Die resultierende Schalldämmung einer Fachwerkwand kann aus den Schalldämm-Maßen der Teilflächen ermittelt werden.

Aus → Tabelle AS-6 können bewertete Schalldämm-Maße einschaliger Massivwände entnommen werden.

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes

Berechnung des resultierenden Schalldämm-Maßes zusammengesetzter Bauteile

<u>Maßnahmen:</u>

Die Maßnahmen zur Verbesserung des Wärme-, Schall- und Feuchteschutzes sind ähnlich wie bei einer Mauerwerkswand. Fachwerkkonstruktionen stehen oft unter Denkmalschutz. In diesem Fall kommt eine außenseitige Verkleidung nicht in Frage. Wenn die Außenwand jedoch nicht unter Denkmalschutz steht oder das Fachwerk bereits im ursprünglichen Zustand verputzt war, so kann die äußere Erscheinung bei der Modernisierung erhalten bleiben. Ein früherer Putz kann durch ein Wärmedämmverbundsystem ersetzt werden.</span>

1.2.1

Außendämmung

-

Wärmedämmverbundsystem

-

Wärmedämmputz

-

Fassadenverkleidungen

-

Vormauerung

1.2.2

Innendämmung

1.2.3

Kerndämmung

1.2.4

Glasanbauten

-

Wintergarten

-

Glasdoppelfassaden

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>