Mentalitätsgeschichte
Ist das Konzept der Mentalität eine brauchbare historiographische Kategorie? Falls ja, wie nähert man sich dieser Schicht menschlichen Denkens und Handelns? Wie identifiziert man Mentalität(en), und wie grenzen sich diese von Ideologien, Stereotypen und Vorurteilen, von (National- und Regional-)¬kulturen, von sozialem Habitus und Sozialpsychologie ab? Wie erkennt und belegt man sie? Wann, warum und wie schnell vollzieht sich Mentalitätswandel? Anhand einiger begriffsanalytischer und historiographischer Texte von Anhängern und Gegnern der Methode, vor allem aber anhand einer ganzen Reihe von Fallstudien aus verschiedenen Perioden und Kulturkreisen soll die Trag¬fähig¬keit und Anwendbarkeit dieses Konzepts in den Geschichtswissenschaften untersucht werden.
Auswahlliteratur zur Einführung (alle mit * markierten Einträge sind in ILIAS digital abrufbar):
Ulrich Raulff (Hrsg.): Mentalitäten-Geschichte. Zur historischen Rekonstruktion geistiger Prozesse, Berlin, 1987; G.E.R. Lloyd: Demystifying Mentalities, Cambridge 1990; Peter Dinzelbacher (Hrsg.) 1993: Europäische Mentalitäts¬geschichte, Stuttgart, 2. Aufl. 2008; František Graus: Mentalität - Versuch einer Begriffsbestimmung und Methoden der Untersuchung. In: Mentalitäten im Mittelalter, 1987: 9-48 https://journals.ub.uni-heidelberg.de/index.php/vuf/issue/view/1804 ; Volker Sellin: Mentalität und Mentalitätsgeschichte, Historische Zeitschrift 241,3 (1985): 555-598*; Peter Schöttler: Mentalitäten, Ideologien, Diskurse, in Alf Lüdtke (Hrsg.) Alltagsgeschichte, Frankfurt 1989: 85-136*; Michel Vovelle: Introduction, in: Ideologies & Mentalities, Cambridge 1990, S. 1-12; Jacques Le Goff: Mentalities: A history of ambiguities (franz. Orig. Paris 1979); engl. Übers. in: Constructing the Past - Essays in Historical Methodology, Cambridge 1985, Reprint 2011: 166-180; Peter Burke: Strengths and weaknesses of the history of mentalities, History of European Ideas7,5 (1986): 439-451*; Jürgen Kamm: Kognitionen, Konstruktionen, Mentalitäten: Zehn Thesen, in: Interkulturelles Lernen (Sept. 1994): 26-40*; Klaus Hentschel: Die Mentalität deutscher Physiker in der frühen Nachkriegszeit (1945--1949), Heidelberg, 2005* und dort jew. genannte weiterführende Lit.
Teilnahmevoraussetzungen: Regelmäßige Teilnahme, aktive Beteiligung und Übernahme eines Referats mit Thesenpapier (das reicht für 3 ECTS 'Punkte f. SQ-Studierende); bei 6-9 ECTS auch eine Hausarbeit. Besonders sinnvoll ist die Teilnahme für Studierende der allgemeinen Geschichte, der GNT sowie der Sozialwissenschaften, aber auch interessierte SQ-Studierende sind willkommen - letztere schreiben keine Hausarbeit.
Jede/r Teilnehmer/in hält ein Referat zu einem Thema aus meiner langen Vorschlagsliste, die hier auch hochgeladen wurde. Bei Interesse an speziellen Themen möglichst frühzeitig beim Seminarleiter melden - first come, first serve.
Freie Plätze: 20
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