2. Innenwände

Metallständerwand - Doppelständer

Allgemeine Erläuterungen zu Leichtbauwänden sind unter 2.2.2 Leichtbaukonstruktionen zu finden.

<u>Bild 2.2.2-7:</u>

Neue Metall-Doppelständerwand, teilweise mit Mineralfaserplatten gefüllt


Bild 2.2.2-7 zeigt den Aufbau einer Metall-Doppelständerwand. Im Vergleich zum Einfachständer (siehe Metallständerwand - Einfachständer) besteht ein Doppelständer aus zwei Metallprofilen hintereinander.
Der Aufbau der Wand bleibt aber ansonsten gleich wie bei der Einfachständerwand. Die Profile werden verkleidet mit einer Gipskartonplatte, der Zwischenraum ist aus Gründen des Schallschutzes mit Mineralfaserplatten gefüllt. Die Beplankung wird in diesem Fall an getrennten Unterkonstruktionen befestigt. Dadurch werden Schallbrücken vermieden und die Schalldämmung verbessert.
Nebenstehendes Bild 2.2.2-7 zeigt einen Aufbau, bei dem der Zwischenraum nur zur Hälfte mit Mineralfaserplatten gefüllt ist.


In Bild 2.2.2-8 ist ein Variante der Metall-Doppelständerwand dargestellt, bei der der Zwischenraum vollständig gefüllt ist. Diese Variante hat nochmals eine verbesserte Schalldämmung zur Folge.
Wie in der allgemeinen Einleitung der Leichtbaukonstruktionen erwähnt, sollte der Anschluss an seitlich anschließende Wände, sowie an Boden und Decke elastisch erfolgen. Bild 2.2.2-9 zeigt solch einen elastischen Anschluss (hier an eine seitlich anschließende Wand; gleiches gilt aber auch für Boden und Decke).

<u>Bild 2.2.2-8:</u>

Neue Metall-Doppelständerwand, vollständig mit Mineralfaserplatten gefüllt

<u>Bild 2.2.2-9:</u>

Detail Wandanschluss mit elastischer Entkopplung


Die Wand wird nicht bis ganz an die anschließende Wand herangeführt, sondern ist mittels eines Randdämmstreifens von dieser konstruktiv getrennt. An den Seiten wird der Anschluss mit dauerelastischen Fugen abgeschlossen. Bei der Ausführung ist darauf zu achten, dass dieser Randdämmstreifen durchgehend und sauber ausgeführt ist und nicht evtl. durch Spachtel- oder Mörtelmasse unterbrochen wird. Dies würde den Effekt eliminieren.

Trennwände mit Unterkonstruktionen aus Metallprofilen werden im Innenausbau bevorzugt verwendet. Unterschieden werden Einfachständerwände,
Doppelständerwände und Vorsatzschalen. Die Unterkonstruktionen bestehen aus verzinkten Stahlprofilen. Dabel sind die UW-Profile für Decken- und Bodenanschlüsse, die CW-Profile für die Ständer vorgesehen. Der Hohlraum zwischen den Beplankungen ist mit einem passenden Dämmstoff ausgefüllt.
Derartige Wände können nur bedingt als umsetzbar gelten, da nur bei besonderen Vorkehrungen die Bekleidungen nach einem Abbau ohne Beschädigungen bleiben und wieder verwendet werden können. Leichtbauwände aus Metall werden vorwiegend auf der Baustelle hergestellt, meist mit verputzter oder gespachtelter und tapezierter Oberfläche. Allerdings wurde im Zuge des Anstiegs der Entsorgungskosten für Bauschutt eine komplett wiederverwendbare Gipskarton-Ständerwand mit Unterkonstruktion aus Metall entwickelt, die mehrere Male wieder ab- und aufgebaut werden kann, indem die Fugen der Gipskartonplatten mit einer Reißschnur und einem Fugenband geschlossen werden.


Wärme:
Die Wärmespeicherfähigkeit von leichten Metallständerwänden ist gering und kann daher nicht zur Regulierung der Raumtemperatur im Sommer herangezogen werden.

<u>Feuchte:</u>
Da Innenwände keinen Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, sind in der Regel auch keine besonderen Maßnahmen zum Feuchteschutz nötig. Ausnahmen stellen beispielsweise Bäder, Küchen und WC’s dar, da sich in diesen Räumen Flächen befinden, die gelegentlich Spritzwasser ausgesetzt sind. Hier ist darauf zu achten dass solche Flächen aus wasserbeständigen Materialien (z.B. mit imprägnierten Gipskartonplatten, Gipsfaserplatten) ausgeführt werden.
In diesen Räumlichkeiten tritt außerdem im Rahmen der üblichen Nutzung auch oftmals eine erhöhte Belastung durch Luftfeuchte auf. Hierbei bieten sich Wandoberflächen mit hohem Sorptionsvermögen an. Sie nehmen Feuchtespitzen, wie sie beispielsweise beim Duschen entstehen, auf und geben die sorbierte Feuchtemenge bei der Lüftung des Raumes wieder ab. Sie können also die Lüftung eines Raumes nicht ersetzen.
Bei Räumen mit dauerhafter Feuchtebeanspruchung, bei so genannten Nasszellen, ist eine vollflächige Abdichtung – auch der Innenwände − notwendig.

<u>Schall:</u>
Zu beachten sind die Anschlüsse und die Problematik der möglichen Flanken- bzw. Nebenwegübertragung, wie im → Bestand.

Aus → Tabelle AS-9 können bewertete Schalldämm-Maße zweischaliger, leichter Wände entnommen werden.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes

Berechnung des resultierenden Schalldämm-Maßes zusammengesetzter Bauteile


<u>Achtung:</u>

-

Die Einbaurandbedingungen wie Luftfeuchte etc. müssen auch im Trockenbau beachtet werden.

-

Bewegungsfugen des Rohbaus müssen in die Konstruktion der Ständerwände übernommen werden.

-

Trockenbausysteme dürfen nur als vollständige Systeme verwendet und nicht verändert werden.

-

Plattenstöße müssen versetzt und und Fugen gefüllt werden.

-

Öffnungen müssen aus ganzen Platten ausgeschnitten werden.


<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]

  • DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • DIN 4103 Nichttragende innere Trennwände
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 18340 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Trockenbauarbeiten
  • DIN 18350 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Putz- und Stuckarbeiten
  • DIN 18181 Gipsplatten im Hochbau - Verarbeitung
  • DIN 18183 Trennwände und Vorsatzschalen aus Gipsplatten mit Metallunterkonstruktionen
  • DIN EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>


[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit