7. Treppen

Trittschalldämmung Stahlbetontreppe

Massivtreppen können durch eine entsprechende Neubelegung bauphysikalisch modernisiert werden. Vor der Entscheidung für einen bestimmten Belag sind einige grundsätzliche Fragen zu klären:

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Wie wird der Fußboden beansprucht (Beanspruchungsklasse, Eindruckverhalten, Rollenbelastung usw.) ?

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Existieren weitere Belastungen (Feuchte, aggressive Medien, Zigarettenglut) ?

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Welche Zusatzanforderungen werden verlangt (elektrostatisches Verhalten, Brandverhalten, Rutschsicherheit usw.) ?

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Welche ästhetischen und hygienischen Anforderungen werden gestellt?

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Wie stark sind die Verschmutzungsmöglichkeiten bei der konkreten Nutzung?

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Welcher Reinigungs- und Pflegeaufwand ist vorgesehen bzw. erforderlich?

Treppen sind immer erhöhten Beanspruchungen und Schmutzbelastungen ausgesetzt. Grundsätzlich muss ein geeigneter, tragfähiger Verlegeuntergrund vorhanden sein bzw. geschaffen werden. Unebenheiten sind durch Spachtelmassen auszugleichen.

<u>Bild 7.2.1-3:</u>

Vertikalschnitt Stahlbetontreppe - Bodenaufbau


Bild 7.2.1-3 zeigt den schematischen Schnitt durch eine trittschallgedämmte Stahlbetontreppe. Auf der vom alten Belag befreiten Stahlbetontreppe ist zunächst eine neue Mörtelschicht/Spachtelung aufgetragen. Eine elastische Schicht (z.B. Gummimatte) dient als Trittschalldämmplatte. Die Fugen zwischen den neuen Tritt- und Setzstufen werden elastisch verfüllt.
Durch die vollflächige körperschallbrückenfreie elastische Lagerung der Trittstufen kann die Trittschalldämmung von Treppen deutlich verbessert werden. Da das Niveau des neuen Treppenbelages höher sein kann als jenes des Fußbodenbelages im oberen Anschlussbereich, ist es meistens erforderlich, den Fußbodenbelag im oberen Stockwerk entsprechend anzupassen.


In Bild 7.2.1-4 ist der Anschluss zwischen dem Belag der Treppenstufe und dem Treppenpodest dargestellt. Der Treppenpodest erhält einen Fußbodenaufbau mit einem Fußbodenbelag, sowie einem schwimmenden Estrich, der über einer Trittschalldämmschicht eingebracht ist. Zu beachten ist, dass die Trittstufe und der schwimmender Estrich durch ein Randdämmstreifen entkoppelt werden. Die Stoßfuge zwischen den beiden Belägen ist dauerelastisch zu verfugen.

<u>Bild 7.2.1-4:</u>

Detail Vertikalschnitt

Abgetretene Stufenkanten lassen sich bei Massivtreppen mit Spachtelmasse begradigen. Treppenkantenprofile gibt es in den verschiedensten Ausführungen. Sie werden normalerweise mit einem Kontaktklebstoff befestigt. Das Profil muss in seiner Krümmung vollkommen ohne jede Hohlstelle aufliegen, sonst kann es bei späteren Belastungen zu Abscherungen kommen. Wenn Winkel und Sockelprofile zum Einsatz kommen, werden sie wie das Treppenkantenprofil mit Kontaktkleber befestigt.

Wärme:
Die Erneuerung des Treppenbelages kann die wärmetechnischen Eigenschaften von Stahlbetontreppen kaum beeinflussen.

Feuchte:
Falls bei Außentreppen mit erhöhter Feuchtebelastung zu rechnen ist, sollte auch der Witterungsschutz der neuen Belege der Treppenstufen sowie der Stahl- und Betonbauteilen beachtet werden.

<u>Schall:</u>
Das Aufbringen von neuen Trittstufen auf einer elastischen Unterlage stellt ein Masse-Feder-System dar. Wenn die Resonanzfrequenz des Systems unterhalb von ca. 100 Hz liegt, kann die Trittschalldämmung der Treppe wesentlich verbessert werden. Durch die harten Trittstufen können allerdings die Gehgeräusche nicht vermindert werden. Es können sogar Verschlechterungen auftreten, wenn keramische Platten oder andere harte Beläge mittels dünner, nicht elastischer Ausgleichschichten verlegt werden.


<u>Achtung:</u>

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Vor Aufbringung der Konstruktion sollten evtl. baurechtlich berührte Belange (Durchgangshöhe) untersucht werden.

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Bewegungsfugen der Konstruktion müssen übernommen werden.

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Der Untergrund muss ausreichend trocken sein.

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Vor Aufbringen eines Belages ist in jedem Fall die Belegreife zu prüfen.

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Die seitlichen Anschlüsse der neuen Beläge an die anschließenden Bauteile müssen akustisch entkoppelt ausgeführt werden.


<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]

  • DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 1045 Tragwerke aus Beton, Stahlbeton und Spannbeton
  • DIN 1055 Einwirkungen auf Tragwerke
  • DIN 18065 Gebäudetreppen — Definitionen, Meßregeln, Hauptmaße
  • DIN 18560 Estriche im Bauwesen
  • DIN 18353 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Estricharbeiten
  • DIN 18365 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Bodenbelagarbeiten
  • DIN EN 12058 Natursteinprodukte — Bodenplatten und Stufenbeläge — Anforderungen
  • DIN EN 14843 Betonfertigteile — Treppen

 
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[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit