5. Dächer

Bestand - geneigtes Dach mit Ziegeleindeckung

Grundsätzlich unterschieden werden über eine Gebäuderichtung (einachsige) gespannte Dachformen (Sattel-, Pult-, Graben- und Mansarddächer) und über zwei Achsen entwickelte (zweiachsige) Dächer (Walm- oder Zeltdächer), wobei auch Varianten, Misch- und Sonderformen dieser Grundformen möglich sind.
Dachflächen werden durch zwei Belastungsarten beansprucht: Eigengewicht und Schnee- und Eislast wirken senkrecht auf das Tragwerk ein, Windlasten erzeugen dagegen von der Dachneigung abhängige horizontale Lasteinwirkungen, zum einen als Drucklast (Staudruck) auf der windzugewandten und als Sog auf der windabgewandten Seite. Die Sogwirkung kann größer sein als der Staudruck und tritt an angeströmten Gebäudekanten und -ecken durch Wirbelbildungen besonders stark auf. Dachflächen können je nach Dachneigung auf verschiedene Arten hergestellt werden, wobei geneigte Dächer in der Regel mit Dachdeckungen ausgeführt werden. Dachdeckungen aus schuppenartig mit Fugen verlegten Materialien erfordern deutlich geneigte Dachflächen, die in der Regel von einem Dachtragwerk getragen werden.
Dachziegel stellen eine der ältesten und bewährtesten Dachdeckungen dar. Wurden bei der Herstellung gute Tonerden richtig verarbeitet, können Dachziegel mehrere hundert Jahre überdauern. Als kleinformatiges Deckungsmaterial ermöglichen sie die Anpassung an praktisch alle Dachformen. Durch die Porosität des Ziegelmaterials wird unter normalen Umständen die Gefahr der Tauwasserbildung an der Unterseite der Dachhaut erheblich herabgesetzt.

Nach der Art der Herstellung unterscheidet man

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Strangdachziegel
Aus dem Mundstück einer Schneckenpresse als Strang gepresst; Rillen, Falze usw. sind nur parallel zur Längsrichtung möglich.

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Pressdachziegel
Einzeln aus Ton gepresst, daher sind Längs- und Querfalze möglich.

<u>Bild 5.1-4:</u>

geneigtes Bestandsdach mit Ziegeleindeckung
In Anlehnung an [Böhning (2005)]


In Bild 5.1-4 ist ein typisches geneigtes Dach mit Ziegeleindeckung dargestellt. Über dem Sparren befindet sich eine Unterspannbahn, die vom Wind eingeblasenen Schnee oder Regen nach unten abführen soll, darüber die Konterlattung, die eine Hinterlüftung ermöglicht. Auf der Konterlattung ist die Lattung montiert, die schließlich die Ziegeleindeckung trägt.


Bild 5.1-5 zeigt eine unverblendete Untersicht eines ziegelgedeckten Satteldaches; deutlich zu sehen sind Pfette, Sparren und Traglattung. Offensichtlich befindet sich oberhalb des Holzbodens ein als Dachboden nutzbarer Bereich.

<u>Bild 5.1-5:</u>

Untersicht eines Satteldaches im Bestand
(Bildquelle: HWK Münster)

Dachdeckungen sind neben der natürlichen Alterung ihrer Baustoffe vielfachen mechanischen Beanspruchungen, Temperaturschwankungen, chemischen Einflüssen, Abgasen, UV-Strahlung und Pflanzenwuchs ausgesetzt. Daher bedürfen sie der regelmäßigen fachmännischen Kontrolle und Wartung, um die fortdauernde Funktionstüchtigkeit und die Sicherheit bei den für die Begehung und Reinigung vorhandenen Einrichtungen zu erhalten. Für die unterschiedlichen Deckungsarten sind bestimmte Regeldachneigungen festgelegt, bei deren Unterschreitung Zusatzmaßnahmen erforderlich sind.

 
Wärme:
Ungedämmte und ungenutzte geneigte Dächer mit Ziegeleindeckung dienen nur dem Regenschutz von bewohnten alten Gebäuden und erfüllen praktisch keine Wärmeschutzfunktion. Bei der Berechnung des Wärmedurchgangskoeffizienten (DIN EN ISO 6946) der obersten Geschossdecke werden belüftete Dachräume − je nach Bauart des Dachs − mit einem pauschalen Wärmedurchlasswiderstand R<sub>u</sub> berücksichtigt.

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Ziegeldach ohne Pappe, Schalung oder Ähnliches: R<sub>u</sub> = 0,06 m<sup>²</sup>K/W

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Ziegeldach mit Pappe oder Schalung oder Ähnlichem: R<sub>u</sub> = 0,2 m<sup>²</sup>K/W

Diese Werte enthalten nicht den äußeren Wärmeübergangswiderstand R<sub>se</sub>!

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des mittleren U-Wertes

Feuchte:
Bei traditionellen Ziegeldachkonstruktionen reicht in der Regel die Eindeckung mit Dachpfannen aus, um die darunter liegenden Wohnräume dauerhaft vor Niederschlägen in Form von Regen und Schnee zu schützen. Um das Eindringen von Feuchte durch die verbleibenden Fugen bei Windbelastung zu vermeiden, wurde als zusätzliche Sicherungsmaßnahme unterhalb der Dachdeckung erst in der letzten Jahrzehnten eine Unterspannbahn angeordnet.

Historische Dächer waren in aller Regel nicht abgedichtet. Da der Raum im Dachstuhl nicht als Wohnraum benutzt wurde, konnte die anfallende Feuchte nach einem gewissen Zeitraum wieder austrocknen. Dies muss beim Dachausbau beachtet werden.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Schall:
Bei unausgebauten Dachräumen bestehen keine Anforderungen an die Schalldämmung der Dachhaut. Aus schalltechnischer Sicht stellt die Dachhaut eines geneigten Dachs eine einschalige Konstruktion dar. Ihre Schalldämmung entspricht theoretisch der flächenbezogenen Masse der Dachdeckung. In der Praxis wird jedoch diese Schalldämmung wegen der Undichtigkeiten weit unterschritten.


<u>Maßnahmen:</u>

5.2.2

Maßnahmen für geneigte Dächer

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Aufsparrendämmung

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Untersparrendämmung

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Zwischensparrendämmung

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Kombinierte Maßnahmen

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>