2. Innenwände
Bestand - Strohlehmwand
Lehm als Baustoff wurde, trotz fehlender jahrhundertealter Tradition in Deutschland, schon immer verwendet, allerdings nur in Verbindung mit anderen Materialien: als Bindemittel bei Steinmauern, zusammen mit Holz, Geflecht und Stroh zum Ausfachen beim Fachwerkbau oder als Bewurf.
Die Lehmbauweise ist eine sehr arbeitsintensive Bautechnik, und es bedarf eines gut fundierten handwerklichen Könnens und entsprechender langjähriger Erfahrungen, sowohl im Umgang mit dem Material als auch bei der jeweilig angewandten Technik. Lehm ist ein reversibler Baustoff, deshalb muss besonders darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit der bereits errichteten Bauteile ohne Schwinden oder Rissebildung gut abgeführt werden und keine neue Feuchtigkeit während und nach der Bauzeit eindringen kann. Diese Wasserempfindlich- und -lösbarkeit ist auch die entscheidende Eigenschaft, die den Lehmbau von anderen Bauarten unterscheidet: Lehm erhärtet beim Austrocknen durch die Bindekraft des enthaltenen Tones. Beim Zutritt von Wasser wird der Lehm weich und verliert dadurch seine Tragfähigkeit. Deshalb erfordert der Lehmbau während der Bauphase einen besonderen Wetterschutz und ist für Fundamente und Kellerwände nicht verwendbar. Da Lehm mindestens erdfeucht verarbeitet wird, gibt er beim Festwerden Wasser ab und schwindet beim Trocknen. Um Schwindrisse zu verhindern, müssen mittelfesten und fetten Lehmen sowie Tonen magernde Zuschläge beigemischt werden, mageren Lehmen nur dann, wenn sie sehr feucht, bspw. als Mörtel, verarbeitet werden. Magernde Zuschläge können sandige, kiesige, steinige und faserige Stoffe wie Stroh sein.
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| In Bild 2.1-3 ist eine Strohlehmwand mit Stakung dargestellt. Herkömmlicher Strohlehm ist wegen seines Schwundverhaltens beim Austrocknen schwierig zu verarbeiten. |
Lehm wirkt konservierend, in Lehmwände eingebautes Holz, Stroh etc. hält sich jahrhundertelang unverändert. Lehm ist nicht brennbar und bietet bei entsprechender Austrocknung ein gesundes Wohnklima.
Folgende Lehmbauarten werden unterschieden (nach DIN 18953):
- | Lehmsteinbau |
- | Lehmstampfbau |
- | Lehmwellerbau |
<u>Wärme:</u>
Die Wärmespeicherfähigkeit von Strohlehmwänden ist relativ hoch. Im Sommer kann so Wärme tagsüber gespeichert werden, was zu einer angenehmeren Raumlufttemperatur führt. Die gespeicherte Wärme wird abends dann wieder in den Raum abgegeben.
<u>Feuchte:</u>
Bei Innenwänden, die Räume gleicher Nutzung voneinander trennen und keinen äußeren Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, bestehen in der Regel keine feuchtetechnischen Anforderungen. Im Bestand sind deshalb üblicherweise keine Maßnahmen zum Feuchteschutz zu finden. Bei der Altbaumodernisierung ist diese Tatsache zu berücksichtigen, falls Funktionsänderungen geplant sind. Lehmwände haben zwar eine Feuchteregulierende Wirkung, weil sie in der Lage sind Luftfeuchte zu sorbieren. Im Falle von Lehmwänden sind jedoch in Bädern Maßnahmen erforderlich, um zu verhindern, dass die Oberflächenstruktur der Wand durch übermäßige und wechselhafte Feuchteeinwirkungen zerstört wird.
<u>Schall:</u>
Grundsätzlich kann die Schalldämmung von Strohlehmwänden aufgrund ihrer flächenbezogenen Masse abgeschätzt werden.
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<u>Maßnahmen:</u>
2.2.1 | |||||
2.2.2 |
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<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top">
</a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top">
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