6. Decken
MD - Federnd gelagerter Holzfußboden
Massivdecken weisen im Gegensatz zu Holzbalkendecken eine wesentlich höhere flächenbezogene Masse auf. Eine 16 cm dicke Stahlbetondecke hat somit schon ein ausreichendes Schalldämm-Maß. Dennoch kann durch einen Bodenaufbau die Luftschalldämmung der Massivdecke noch weiter verbessert werden. Im Gegensatz zur Luftschalldämmung ist der Trittschallschutz einer massiven Rohdecke nicht ausreichend. Zur Verbesserung des Trittschallschutzes müssen bauliche Maßnahmen z.B. in Form von geeigneten → Bodenaufbauten ergriffen werden.
Diese Maßnahme kann vor allem dann angewendet werden, wenn nur eine minimale Bauhöhe zur Verfügung steht und kein Platz für einen schwimmenden Estrich vorhanden ist. Wichtig sind dabei
- | die elastische Lagerung der Unterkonstruktion und |
- | die Hohlraumdämpfung. |
| Bild 6.2.2-6 zeigt einen neuen Bodenaufbau. Der Holzfußboden ist dabei federnd gelagert. Eine Ausgleichsschüttung ist im Altbau in vielen Fällen notwendig, um eine ebene Fläche zu erhalten. Darauf kann über eine Lattung ein neuer Parkettboden verlegt werden. |
Geringfügige Unebenheiten von Massivdecken-Oberflächen werden in der Regel mit selbstnivellierendem Fließspachtel egalisiert, wobei größere Höhendifferenzen oder punktförmige Erhebungen mit druckfesten Materialien ausgeglichen werden müssen, so dass darauf eine Lage Trittschalldämmplatten vollflächig verlegt werden kann.
Schüttungen eignen sich zum Ausgleich unterschiedlicher Fußbodenhöhen und von Bodenunebenheiten; in gewissem Umfang verbessern sie auch die Wärme- und Trittschalldämmung sowie den Brandschutz (nichtbrennbares Material) der Gesamtdecke. Man unterscheidet lose Schüttungen, gebundene Schüttungen und in Form gefasste Schüttungen.
<u>Wärme:</u>
Die in den Hohlraum eingebrachte Dämmschicht hat zwar in der Regel eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, ihre Dicke, die aus akustischen Gründen bemessen ist, reicht jedoch nicht aus, den Wärmeschutz erheblich zu verbesser. Für eine Kellerdecke ist diese Maßnahme nicht ausreichend, um den erforderlichen Wärmeschutz zu erzielen.
<u>Feuchte:</u>
Da diese Maßnahme nur zwischen Räumen gleicher Temperatur geeignet ist, wird sie ohne Dampfsperre ausgeführt.
<u>Schall:</u>
Durch den aufgebrachten Parkettboden entsteht akustisch ein → zweischaliges Bauteil. Maßgeblich für die Wirkung des Masse-Feder-Systems ist die Resonanzfrequenz, die durch die flächenbezogene Masse des Holzbodens und die dynamische Steifigkeit der Dämmschicht unter der Lattung, bzw. im Hohlraum zwischen der Rohdecke und der Parkettdielen bestimmt wird.
<u>Achtung:</u>
- | Formaldehyd ist ein hauptsächlich in Holzwerkstoffen wie Fertigparkett oder Spanplatten vorkommender Schadstoff, da der Leim dieser Werkstoffe oft aus formaldehydhaltigen Verbindungen besteht. Formaldehyd ist eine bei Zimmertemperatur gasförmig vorliegende, farblose Substanz mit stechend durchdringendem Geruch und wirkt stark reizend. Formaldehyd wurde als Substanz mit begründetem Verdacht auf ein krebserzeugendes Potential[1] eingestuft. Die schädliche Wirkung ist jedoch konzentrationsabhängig, je nach Leimanteil. Vor allem beschädigte, angebohrte oder angesägte Platten können Formaldehyd emittieren. Seit 1977 gibt es verbindliche Richtwerte für die tolerable Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen, seit 1980 eine entsprechende Richtlinie, die Spanplatten in Emissionsklassen unterteilt und ihre Verwendung regelt. Diese Vorschriften gelten auch für alle anderen Holzwerkstoffe. |
- | Der Untergrund muss ausreichend eben sein. |
- | Bei Aufbringung von Fließspachtelmasse sind, insbesondere bezüglich der einzuhaltenden Trockenzeiten, die Herstellerhinweise zu beachten. |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[2]
- DIN 4102
- DIN 4109
- DIN 4172
- DIN 18202
- DIN 1045
- DIN 68800
- DIN 18340
- DIN 18356
- DIN 18365
- DIN V 20000
- DIN EN 1910
- DIN EN 12354
- DIN EN 13226
- DIN EN 13227
- DIN EN 13228
- DIN EN 13442
- DIN EN 13488
- DIN EN 13489
- DIN EN 13986
- DIN EN 14761
- DIN EN ISO 10848
- ETB Richtlinie
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