6. Decken
Allgemeine Beschreibung - Unterdecken
Gestaltung und Ambiente von Räumen werden stark von der optischen und technischen Ausführung der Decke beeinflusst. Deswegen bestehen oft aus optischen bzw. architektonischen oder schalltechnischen bzw. raumakustischen Gründen erhöhte Anforderungen an die Deckenuntersicht, die sich durch das eigentliche Deckensystem nicht erfüllen lassen. Zusätzlich werden an Decken oft auch außergewöhnliche Aufgaben gestellt: Integration von Beleuchtungs- oder Mediensystemen, Heizung oder Kühlung von Räumen. Auch den Platz für Belüftungssysteme müssen sie bieten können.
Unterdecken ermöglichen die Erfüllung eines Teils dieser Forderungen, und so reicht deren Einsatzbereich über sämtliche Gebäudenutzungsarten im Nichtwohnungsbau.
Grundsätzlich werden Unterdecken unterschieden in
- | abgehängte Unterdecken, deren Tragkonstruktion abgehängt ist und |
- | leichte Deckenverkleidungen, bei denen die Tragkonstruktion direkt am tragenden Deckenbauteil befestigt ist. |
Abgehängte Unterdecken
Unterdecken in Form von Deckenabhängungen sind dadurch definiert, dass die Unterkonstruktion unterhalb der Decke abgehängt wird und kein unmittelbarer Kontakt zum tragenden Bauteil besteht. Eine Deckenabhängung setzt sich aus einer ebenen oder anders geformten Decke mit glatter oder gegliederter Fläche, einer Unterkonstruktion sowie einer raumabschließenden Decklage zusammen. Durch die Decklage kann die Raumgestaltung wesentlich beeinflusst werden, jedoch erfüllt sie nicht nur optische, sondern auch bauphysikalische Anforderungen. So übernimmt sie je nach Aufbau Aufgaben des Brand-, Schall- und Wärmeschutzes. Deckenabhängungen besitzen prinzipiell nur eine geringe Tragfähigkeit und sollten daher nicht betreten oder als Stauflächen genutzt werden.
Abgehängte Unterdecken bestehen aus folgenden Bauteilen:
- | Verankerungselemente: diese befinden sich zwischen Abhänger und tragendem Bauteil. |
- | Verbindungselemente: sie verbinden Teile der Unterkonstruktion oder Unterdecke, z.B. Dübel, Schrauben, Schellen usw.. |
- | Abhänger: zugbeanspruchte, in der Regel höhenverstellbare Konstruktionselemente zum Aufhängen von Unterdecken an tragenden Deckenkonstruktionen. |
- | Unterkonstruktion: diese bezeichnet alle Teile, die die Decklage aufnehmen. Sie kann aus Grund- und Tragprofil einschließlich Verbindungsteilen bestehen. |
- | Decklagen: sie bilden den raumseitigen Abschluss, z.B. Beplankung oder Kassetten. |
I.d.R. sind die Unterdecken geschlossen, meistens als in die Unterkonstruktion eingelegte oder eingeklemmte Deckenplatten, deren Fugen offen bleiben, ausgeführt in Kombination mit haustechnischen Installationen. Dadurch, dass die einzelnen Deckenplatten erkennbar bleiben, erhält die Decke eine definierte Struktur. Diese wird noch verstärkt, wenn auch die Tragprofile sichtbar bleiben. Es gibt verschiedene Rastersysteme, die sich hauptsächlich in der Form der Profile und in der sichtbaren Ausprägung unterscheiden.
Leichte Deckenverkleidungen
Einfache Deckenverkleidungen entstehen üblicherweise aus optischen, brandschutztechnischen oder bau- und raumakustischen Anforderungen und sind primär im Wohnungsbau zu finden. Dabei werden die Verkleidungen direkt an der tragenden Decke montiert. Durch diese Direktmontage wird die Raumhöhe nur wenig vermindert, allerdings erhält man aber auch nur geringe Möglichkeiten zur Integration von Installationen oder aufwändigeren Beleuchtungssystemen. Deckenversprünge, Bauungenauigkeiten oder Quertragstrukturen können ebenfalls nur bedingt abgedeckt werden.
Die Innenbeplankung der Konstruktionshölzer eines Dachstuhls ist beim Dachgeschoßausbau in brandschutztechnischer Hinsicht als Deckenverkleidung zu werten, die erhöhte Brandschutzanforderungen bis zu R 90 erfüllen kann.
In großen oder auch leeren Räumen werden Deckenverkleidungen vor allem als Schallabsorber genutzt, um bessere raumakustische Bedingungen zu erzielen. Für die Wärmedämmung eines Raumes sind die Deckenverkleidungen ebenso bedeutend wie für den Schallschutz.
Als Grund- und Traglattung wird oft nur eine Sparschalung, eine einfache Holzlattung oder ein Tragschienensystem aus gekanteten, dünnblechigen C-Profilen verwendet. Die abdeckende Verkleidung wird direkt angeschraubt oder durch in Nuten angeordnete Klammersysteme befestigt. Eine direkte Befestigung der Unterdecke an die Rohdecke ist zur Verbesserung der Schalldämmung <u>nicht</u> geeignet, weil dadurch Schallbrücken entstehen. Um erhöhte schalltechnische Anforderungen zu erfüllen, sind die Tragschienen durch Federbügel mit Abstand von der Unterkonstruktion angebracht. Allerdings ist sehr oft zur Erreichung einer Verbesserung der Schalldämmung eine Hohlraumbedämpfung durch zwischen die Tragschienen eingelegte Mineralfaserplatten erforderlich.
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