6. Decken
HBD - Holzparkett auf Lagerhölzern
Falls oberhalb der bestehenden Holzbalken keine ebene Unterlage vorhanden ist, dann kann der Fußbodenaufbau alternativ auch auf Lagerhölzern verlegt werden. In diesem Fall ist für eine elastische Lagerung der Lagerhölzer, z.B. in Form von Dämmstreifen aus Mineralfaser oder Polyethylen-Schaum zu sorgen. Grundsätzlich muss vor der Verlegung von Trockenestrich-Elementen auf eine Holzbalkendecke diese auf ihren konstruktiven Zustand hin untersucht und gegebenenfalls ausgebessert werden, wobei dies in Altbauten die gesamte Deckenkonstruktion umfasst.
Der Achsabstand der Lagerhölzer richtet sich nach der zu erwartenden Belastung (Verkehrslast), der Art und Größe der Verlegeplatten, der Plattendicke und zulässigen Durchbiegung sowie dem gewählten statischen System. Dabei unterscheidet man
- | Einfeldplatten |
- | Mehrfeldplatten |
| Bild 6.2.1-15 zeigt eine Holzbalkendecke mit alter Schüttung. Es fehlt dabei der ebene Abschluss z.B. durch eine Dielung. Der neue Bodenbelag wird auf Lagerhölzern aufgelegt. Der noch übrigbleibende Hohlraum wird durch eine lose Mineralfasereinlage bedämpft, der Bodenaufbau liegt darauf aber nicht auf. Zwischen den Deckenbalken und Lagerhölzer wird jeweils ein Dämmstreifen (z.B. aus Mineralfaser) angebracht, die die Rolle der Trittschalldämmung übernimmt, um Schallbrücken zu unterbinden. Auf die Lagerhölzer wird eine Verlegeplatte befestigt, worauf anschließend der Bodenbelag (hier zum Beispiel Parkett) verlegt wird. |
Bei keinem Bauteil wird die obere Schicht derart stark und vielseitig beansprucht wie beim Fußboden. Ein beliebter, weil dauerhafter und verschleißfester Bodenbelag ist das Parkett.
Die gebräuchlichsten Parkettarten Stabparkett, Mosaikparkett, Hochkantlamellenparkett und Fertigparkett können auf jedem festen, trockenen und ebenen Untergrund verlegt werden. wobei allerdings die entsprechenden Ebenheitstoleranzen und der notwendige Feuchtigkeitsschutz von Fußbodenkonstruktionen beachtet werden müssen. Die Verlegetechniken - untereinander und auf dem tragenden Untergrund - sind unterschiedlich und richten sich nach Parkettart und den jeweiligen baulichen Gegebenheiten. Da Parkett als Holzfußboden je nach Umgebungsbedingungen und Materialfeuchte bestimmten Verformungen ausgesetzt ist, sind in jedem Fall zwischen Parkett und alien angrenzenden oder die Bodenkonstruktion durchdringenden Bauteilen ausreichend breite Randfugen vorzusehen.
Parkettklebstoffe sind Mischpolymerisate, die erst durch Austrocknen ihren endgültigen Zustand annehmen. Aufgrund der Hauptbestandteile unterscheidet man lösungsmittelhaltige Klebstoffe sowie wässrige Dispersionsklebstoffe. Für die Verklebung von wasserempfindlichen Hölzern auf feuchtigkeitsempfindlichem Verlegeuntergrund bieten sich außerdem lösungsmittel- und wasserfreie Reaktionsharzklebstoffe auf Basis von Epoxid- (EP) und Poiyurethanharzen (PUR) an. Die Klebung erfolgt durch chemische Reaktion von Harz und Härter, wobei bei diesen Zweikomponentenklebstoffen jedoch zumindest eine Komponente als "Gefahrstoff" mit potentiellen Auswirkungen wie Reizungen bei Haut-, Augen- oder Schleimhautkontakten eingestuft werden muss.
<u>Wärme:</u>
Duch dieser Modernisierungsmaßnahme wird der Wärmedurchlasswiderstand der Decke um den Beitrag durch die Mineralfaserauflage, die als Hohlraumdämpfung eingelegt wird, erhöht. Ob die Luftschicht einen zusätzlichen Beitrag leistet, hängt davon ab, ob diese als "ruhend" oder "belüftet" betrachtet wird.
<u>Feuchte:</u>
Falls es sich um eine Kellerdecke handelt, ist eine Dampfsperre oberhalb der Mineralfaserauflage anzuordnen.
<u>Schall:</u>
Das Wirkungsprinzip des auf Bild oben dargestellten Holzfußbodens ist bei Luftschallanregung mit dem einer Vorsatzschale identisch, die auf einer Holz-Unterkonstruktion montiert ist. Holzfußböden auf Lagerhölzern tragen dann besonders wirkungsvoll zur Verbesserung der Luft- und Trittschalldämmung bei, wenn die Lagerhölzer auf weichfedernden Dämmstoffstreifen aufgelegt sind und der Zwischenraum zwischen den Dielen und der Rohdecke lose mit einem schallabsorbierenden Dämmstoff ausgefüllt wird. Ihre Wirkung ist dann der von schwimmenden Estrichen vergleichbar.
<u>Achtung:</u>
- | Schadstoffbelastungen durch Holzbauteile bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem chemischen Holzschutz. In den 1970er Jahren wurden große Mengen von Holzschutzmitteln im Außen- und Innenbereich verwendet. Lindan, PCP (Pentachlorphenol) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) zählen zu den schwerflüchtigen Verbindungen, die sich nach dem Ausgasen schnell wieder an Oberflächen abscheiden, wodurch es zu gravierenden Schadstoffanreicherungen in Innenräumen kommen kann. Lindan und PCP sind in Holzschutzmitteln der BRD seit 1989 verboten. PCP wird eindeutig als krebserregend eingestuft, bei Lindan wird über eine solche Wirkung diskutiert. In der DDR wurde bis 1989 das Insektizid DDT eingesetzt, in der BRD ist es seit 1972 verboten. DDT ist erbgutverändernd, steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und wird von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. DDT kann insbesondere bei Abbrucharbeiten freigesetzt werden. |
- | Bescheinigungen über Hersteller, Menge und Art des Holzschutzmittels sollten nebst zugehörigem Überwachungszeichen vorliegen; dabei sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedingt zu beachten. |
- | Die Verträglichkeit von Holzschutzmitteln mit vorhandenen Schutzmitteln oder Anstrichen muss geprüft werden. |
- | Formaldehyd ist ein hauptsächlich in Holzwerkstoffen wie Fertigparkett oder Spanplatten vorkommender Schadstoff, da der Leim dieser Werkstoffe oft aus formaldehydhaltigen Verbindungen besteht. Formaldehyd ist eine bei Zimmertemperatur gasförmig vorliegende, farblose Substanz mit stechend durchdringendem Geruch und wirkt stark reizend. Formaldehyd wurde als Substanz mit begründetem Verdacht auf ein krebserzeugendes Potential[1] eingestuft. Die schädliche Wirkung ist jedoch konzentrationsabhängig, je nach Leimanteil. Vor allem beschädigte, angebohrte oder angesägte Platten können Formaldehyd emittieren. Seit 1977 gibt es verbindliche Richtwerte für die tolerable Formaldehyd-Konzentration in Innenräumen, seit 1980 eine entsprechende Richtlinie, die Spanplatten in Emissionsklassen unterteilt und ihre Verwendung regelt. Diese Vorschriften gelten auch für alle anderen Holzwerkstoffe. |
- | Der Untergrund muss ausreichend eben sein. |
- | Der Untergrund muss ausreichend trocken sein. |
- | Vor Aufbringung der Konstruktion sollte eine Dampfdruckverlaufsbetrachtung durchgeführt werden, um etwaige durch die Maßnahme sich verändernde Diffusionsvorgänge abschätzen und daraus resultierende Schäden vermeiden zu können. |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[2]
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
- DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
- DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
- DIN 18560 Estriche im Bauwesen
- DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
- DIN 18340 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Trockenbauarbeiten
- DIN 18356 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Parkettarbeiten
- DIN V 20000 Anwendung von Bauprodukten in Bauwerken
- DIN EN 1910 Parkett und andere Holzfußböden und Wand- und Deckenbekleidungen aus Holz – Bestimmung der Dimensionsstabilität
- DIN EN 12354 Bauakustik – Berechnung der akustischen Eigenschaften von Gebäuden aus den Bauteileigenschaften
- DIN EN 13226 Holzfußböden – Massivholz-Elemente mit Nut und/oder Feder
- DIN EN 13227 Holzfußböden – Massivholz-Lamparkettprodukte
- DIN EN 13228 Holzfußböden – Massivholz-Overlay-Parkettstäbe einschließlich Parkettblöcke mit einem Verbindungssystem
- DIN EN 13442 Holzfußböden und Wand- und Deckenbekleidungen aus Holz – Bestimmung der chemischen Widerstandsfähigkeit
- DIN EN 13488 Holzfußböden – Mosaikparkettelemente
- DIN EN 13489 Holzfußböden – Mehrschichtparkettelemente
- DIN EN 13986 Holzwerkstoffe zur Verwendung im Bauwesen - Eigenschaften, Bewertung der Konformität und Kennzeichnung
- DIN EN 14761 Holzfußböden – Massivholzparkett – Hochkantlamelle, Breitlamelle und Modulklotz
- DIN EN ISO 10848 Akustik – Messung der Flankenübertragung von Luftschall und Trittschall zwischen benachbarten Räumen in Prüfständen
- EGH Holzbau Handbuch Reihe 3, Teil 3, Folge 1 Grundlagen des Schallschutzes
- ChemVerbotsV Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz
- ETB Richtlinie Richtlinie über die Verwendung von Spanplatten hinsichtlich der Vermeidung unzumutbarer Formaldehydkonzentrationen in der Raumluft
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