6. Decken

Allgemeine Beschreibung - Bodenaufbauten

Bodenaufbauten auf Decken bestehen meistens aus mehreren Schichten, die durchaus variieren können. Eine Schicht, die jedoch üblicherweise immer anzutreffen ist, ist die Druckverteilungsschicht. Diese kann fest oder nicht fest mit der Tragschicht verbunden sein und grundsätzlich auch als Gehschicht funktionieren. Als Druckverteilungsschicht werden normalerweise Estriche eingebaut. Estriche sind Bauteile mit geringer Dicke und großer Fläche. Wegen der geringen Dicken der Estriche sind die Abmessungen der Einzelfläche begrenzt. Größere Flächen müssen, außer bei Verbundestrichen, stets durch Fugen unterteilt werden.

Die Funktion der Estriche besteht darin, dass sie die Unterkonstruktion bzw. Tragkonstruktion für den Fußbodenbelag bilden. Sie müssen daher ebenflächig und ausreichend tragfähig hergestellt sein. Die Festigkeit der einzelnen Estriche richtet sich nach deren Beanspruchung. Besondere Anforderungen werden an Industrieestriche gestellt, die meist keinen zusätzlichen Belag aufweisen. Es wird eine hohe Abnutzungsfestigkeit gefordert, die durch entsprechende Zuschläge zu gewährleisten ist.

Estriche kann man auch als dünne, ebene Beläge aus Mörtel definieren, die in der Regel auf Betonunterkonstruktionen aufgebracht werden. Sie können mit diesen Unterkonstruktionen entweder fest verbunden (Verbundestrich) oder von den Unterkonstruktionen durch Zwischenschichten (schwimmender Estrich) getrennt sein.

Estriche können nach Konstruktion, Lagenzahl und Bindemittel unterschieden werden:

-

Verbundestrich
Für mittelschwere bis schwere Beanspruchungen, wenn keine Wärme- oder Schalldämmung erforderlich ist, wird in der Regel der Verbundestrich gewählt, der unmittelbar auf die Betonkonstruktion aufgebracht und mit dieser kraftschlüssig verbunden wird.

-

schwimmender Estrich
Beim schwimmenden Estrich erfolgt eine Trennung von der Unterkonstruktion in der Regel durch eine Wärme- und Trittschalldämmschicht und eine geeignete Gleitfolie.

-

Estrich auf Trennschicht
Beim Estrich auf Trennschicht erfolgt eine Trennung von der Unterkonstruktion in der Regel durch eine geeignete Gleitfolie.

-

einlagige und mehrlagige Estriche nach der Schichtenzahl

-

Zementestrich, Anhydritestrich, Magnesiaestrich, Gussasphaltestrich nach dem Bindemittel

+

Bei den Zementestrichen beträgt die Mindestdicke 5 cm und mehr. Zementestriche können mit einer zusätzlichen Bewehrung (Estrichgitter) hergestellt werden. Einsatzbereiche sind Wohnungs- und Gewerbebau, Feuchträume und Kellerbereich; auch als Industrieestriche werden Zementestriche verwendet.

+

Bei den Anhydritestrichen beträgt die Mindestdicke bei 3 cm und mehr. Anhydritestriche (in Feuchträumen nicht geeignet) können mit einer zusätzlichen Bewehrung (Estrichgitter) hergestellt werden. Bei Anhydritestrichen ist ein besonderer Schutz vor Feuchteaufnahme erforderlich. Sie müssen zudem vor Feuchteübertragung aus anderen Bauteilen geschützt werden. Einsatzbereiche sind als Fließestrich, in Hohlraumböden und großflächig im Wohn-, Objekt- und Gewerbebereich.

+

Magnesiaestriche werden aus kaustischer Magnesia (MgO) und einer wässrigen Magnesiumsalzlösung (MgCl2, MgSO4) ein- oder mehrschichtig hergestellt. Sie können Feuchte aufnehmen und quellen. Durch die Art der Füllstoffe lassen sich verschiedene Eigenschaften beeinflussen. Einsatzbereiche sind Wohnungs- und Gewerbebau, wegen der Feuchteufnahme aber nicht in Feuchträumen und Kellerbereich; auch als Industrieestriche werden Magnesiaestriche verwendet.

+

Einsatzbereiche von Gussasphaltestrichen sind Wohnungs- und Gewerbebau, Feuchträume und Kellerbereich; auch als Industrieestriche werden Gussasphaltestriche verwendet, großflächig im Objekt- und Gewerbebereich.

Bei allen Estrichkonstruktionen muss auf eine entsprechende Anschlussausbildung zu den Wänden (Randdämmstreifen) geachtet werden. Entscheidend für den erfolgreichen Einbau eines Estrichs inkl. etwaiger Beläge sind ausreichende Planungsvorgaben, welche Estrichdicke und gesamte Schichtenfolge definieren. Die Auswahl des Aufbaus und der Werkstoffe muss nach Beanspruchung, Belegezeitpunkt und Art des Belags erfolgen. Dabei ist insbesondere bei einem Verbundestrich eine evtl. auftretende Feuchtebelastung von innen bzw. von außen zu beachten, ebenso noch andauernde Austrocknungs- und Diffusionsvorgänge in Schichten, auf die der Estrich aufzubringen ist. Vor Aufbringen eines Verbundestrichs ist in jedem Fall der Untergrund entsprechend vorzubereiten. Schwimmende Estriche müssen eine ausreichende Anzahl von Fugen (Bewegungsfugen, Randfugen) als Dehnfugen oder zur Trennung verschieden beanspruchter Bereiche aufweisen.

Ein Estrich muss folgende Bedingungen erfüllen:

-

eine entsprechende Ebenheit für nachfolgende Ausbauschichten aufweisen

-

hohe Festigkeit

-

hoher Verschleißwiderstand

-

Griffigkeit

-

Rutschfestigkeit (bei Verwendung als Bodenbelag)

-

Wasserundurchlässigkeit

-

Wärme- und Trittschalldämmung durch zusätzliche besondere Konstruktionen

 
<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>