6. Decken

Bestand - Hohlkörperdecken

Im Jahr 1892 wurde dem Maurermeister Johann Franz Kleine aus Essen die erste Massivdecke patentiert, die aus einfachen rechteckigen Hohlsteinen, Zementmörtel und einer Bewehrung aus Flachstahl bestand. Die Kleinesche Decke wurde Vorbild für eine große Anzahl von "Steindecken" und "Stahlsteindecken" im Wohnungsbau<!--[Ahnert (1986)]-->.
Der Ausschuss für Eisenbeton definierte 1925 die Stahlsteindecke unter dem Namen Steineisendecke als "mit Eisen bewehrte Steindecken mit oder ohne Betondruckschicht, bei denen die Steine (Voll- oder Hohlstein) zur Aufnahme der Druckspannungen herangezogen werden und die Betondruckschicht 5 cm Stärke nicht erreicht."
1923 war die Stahlsteindecke als Kellerdecke noch zulässig, 1943 wurde die Errichtung verboten.<!-- [Voormann (2009)] gibt eine geschichtliche Übersicht über die Entwicklung von Hohlsteindecken und Hilfestellung bei der Zuordnung und Datierung von vorhandenen Decken.-->

Grundsätzlich sind Stahlsteindecken aus den Komponenten Deckensteine, Deckenbalken und Bewehrungsstähle aufgebaut. Durch den Verguss mit Zementmörtel wird der Verbund hergestellt.
Die Deckensteine gibt es in den unterschiedlichsten Formen und Grössen als Voll- oder Hohlsteine (gewöhnliche Mauersteine, Korksteine, Gipsdielen, Stegzementdielen und Steine aus gebranntem Ton). Durch die raue Oberfläche der Steine wird eine intensive Haftung zwischen Stein und Putz sowie ein günstiger Putzuntergrund für die Unterseite der Decke erzielt. Die Form der Ziegel sollte das Eindringen von Mörtel in die Hohlräume verhindern und bildete sich in Abhängigkeit von der Notwendigkeit der Aufnahme und Weiterleitung der Druckkräfte heraus. Die Steine wurden ohne Berührung in der Druckzone auf einer Schalung vermauert, wobei die Druckkraftübertragung nur durch Fugenbildung zwischen den Steinen oder durch die Steinform erreicht wird.

Hohlkörperdecken können wie folgt unterschieden werden:

- Stahlsteindecken mit
  • Hohlziegeln und
  • Leichtbeton-Hohlkörpern
- Stahlbetonrippendecken mit
  • Hohlziegeln
  • Gips- oder Leichtbeton-Hohlkörpern
  • freistehenden Rippen
  • Hohlkörpern aus Rohr und Holzwolle
  • Ortbetonrippen und Zwischenbauteilen
  • Fertigbalken oder Stahlleichtträgern und Zwischenbauteilen
- Stahlbetonbalkendecken mit
  • Hohlbalken und Hohldielen
  • Ortbetonbalken auf Schalkörpern
  • dicht aneinander liegenden Balken
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<u>Bild 6.1-8:</u>

Typische Hohlkörperdecken, ausgeführt als Stahlbetonbalkendecke mit Füllkörpern

Bild 6.1-8 zeigt eine typische Hohlkörperdecke, eine Stahlbetonbalkendecke mit Füllkörpern. Die Deckensteine, meistens aus Leichtbeton, sind zwischen den Stahlbetonträgern eingelegt. Der Hohlraum zwischen zwei Steinreihen ist mit Ortbeton verfüllt. Es gibt eine große Anzahl an verschiedenen Steinformen, Trägerformen, etc. Die hier dargestellte Abbildung stellt nur ein Beispiel dar. Aus bauphysikalischer Sicht ist vor allem die flächenbezogene Masse der Decke und die Art der Hohlräume vom Interesse.


<u>Wärme:</u>
Hohlkörperdecken können, wenn es sich um eine Decke zu einem unbeheizten Keller bzw. zu einem unbeheizten Dachboden handelt, ähnlich wie Holzbalkendecken nachträglich gedämmt werden. Die nachträgliche Wärmedämmung ist dann prinzipiell zu empfehlen, da die Bestandskonstruktion in der Mehrzahl der Fälle trotz der geringeren Rohdichte gegenüber Massivplattendecken, einen zu niedrigen Wärmedurchlasswiderstand aufweist. Die Dämmung kann sowohl von oben als auch von unten erfolgen, wobei die Maßnahme oft mit einer Ausgleichsschicht verbunden ist sowie eine Dampfsperre erforderlich macht. Zwischen Geschossen gleicher Nutzung sind keine wärmetechnischen Anforderungen zu beachten.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Für die Stahlbetonträger der Hohlkörperdecken gilt dasselbe wie für Stahlbetondecken: auf Feuchte in der Konstruktion muss geachtet werden, um eine Korrosion des Bewehrungsstahles zu vermeiden. Dies würde die Tragfähigkeit des Stahls und somit des Gebäudes enorm beeinflussen. Vermeiden lässt sich dies durch eine genügend hohe Betondeckschicht oder durch Legieren des Stahls mit weniger edlen Metallen, die eine stabile Oxidschicht bilden (meist werden hierfür Zink und Chrom verwendet).

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Insbesondere in den Bauten der 50er Jahre kamen Hohlkörperdecken und Lochdecken in einer Vielzahl von Varianten zum Einsatz<!--[Ahnert (1986)]-->. Einige Typen können näherungsweise als einschalige Bauteile betrachtet werden. In vielen Fällen<!--[Veres (1990)]--> sind die Hohlräume allerdings zu groß. Es treten Resonanzerscheinungen (meistens Hohlraumresonanzen) auf, die zur Verschlechterung der Schalldämmung gegenüber einer gleichschweren homogenen Decke führen. Besonders ungünstig sind Rippendecken mit geschlossenen, unmittelbar verputzten Hohlkörpern aus Holzwolle-Leichtbauplatten.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des Bewerteten Schalldämm-Maßes

Berechnung der Resultierenden Schalldämmung bei flankierenden Bauteilen

Berechnung des Resultierenden Schalldämm-Maßes von zusammengesetzten Bauteilen


<u>Maßnahmen:</u>

6.2.2

Massivdecken

-

Bodenaufbauten

-

Unterdecken und Deckenbekleidungen

 
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