6. Decken

Bestand - Stahlbetondecken mit I-Träger

Die ersten den heutigen Stahlbetondecken ähnelnden Konstruktionen entstanden Mitte des 19. Jahrhunderts, in der Folge um 1880 aufgrund eines patentierten Verfahrens "zur Herstellung von Gegenständen verschiedener Art aus einer Verbindung von Metallgerippen mit Zement". Genaue Aussagen zum konstruktiven Aufbau von Stahlbetonplatten sind allerdings in den ersten Vorschriften nicht enthalten.
Um Gewicht zu sparen, wurden Ende des 19. Jahrhunderts Massivdecken als Kombination aus Stahlträgern (mit I- bzw. Doppel-T-Profilen) und aus bewehrten Betonplatten entwickelt. Ihre bauphysikalischen Eigenschaften entsprechen denen von → Stahlbetondecken mit einer entsprechend geringerer Plattendicke und flächenbezogener Masse. In den 1920er Jahren verloren die frühen Betondecken aufgrund des vermehrten Einsatzes von Einzelstabbewehrung als Bewehrungsform an Bedeutung. Die Bewehrungsführung ist auch das wesentlichste Unterscheidungsmerkmal der Ausführungsarten der Stahlbetonplatten.

<u>Bild 6.1-5:</u>

Stahlbetondecke mit I-Träger

In Bild 6.1-5 zeigt eine Stahlbetondecke mit einem Doppel-T-Träger und eingebrachter Sandfüllung. Es handelt sich bei dieser Konstruktion um eine Monierdecke, die älteste Form der Stahlbetonplatten. Sie entstand Ende des 19. Jahrhunderts und wurde bis in die 20er Jahre gebaut.
Die eingebauten Doppel-T-Profile sind zum Korrosionsschutz und zur Erhöhung des Feuerwiderstandes mit Beton ummantelt. Deshalb ist die Decke auch über die gesamte Trägerhöhe mit Beton aufgefüllt (zumindest im Trägerbereich). Zwischen den Stahlträgern liegen Bewehrungsstähle oder auch Streckmetalle im Druck- und Zugbereich. Um Beton zu sparen und auch zur Gewichtsminimierung wurde der Bereich zwischen den Stahlträgern oft nicht vollständig mit Beton gefüllt, sondern mit einer Sandfüllung aufgeschüttet. Eine typische Lösung des Fußbodenaufbaus im Zusammenhang mit dieser Deckenkonstruktion war ein Dielenbelag auf Lagerhölzern.


<u>Wärme:</u>
Der Wärmedurchlasswiderstand der oben beschriebenen Deckenkonstruktion ist gering. Insbesondere der Bereich der Stahlträger ist wämetechnisch problematisch, weil diese als Wärmebrücken wirken. Eine nachträgliche Wärmedämmung ist unbedingt erforderlich, wenn es sich um eine Decke zu einem unbeheizten Keller bzw. zu einem unbeheizten Dachboden handelt. Die Dämmung kann sowohl von oben als auch von unten erfolgen. Vorteilhaft ist die Dämmung jeweil auf der kalten Seite der Konstruktion anzubringen.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des Mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Bei einer Stahlbetondecken mit sichbaren Stahlträgern muss besonders darauf geachtet werden, dass keine Feuchte in die Deckenkonstruktion eindringt. Grund dafür ist die Gefahr der Stahlkorrosion. Der chemische Angriff beeinflusst die Tragfähigkeit des Stahls und somit des Gebäudes enorm und kann meist nur mit aufwendigen Maßnahmen behoben werden. Besonders im Bereich der Stahlträger ist zu untersuchen, ob eine Gefahr der Tauwasserbildung an der Oberfläche besteht.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Das schalltechnische Verhalten von Stahlbetondecken mit I-Trägern gegenüber Luftschall und Körperschall (Trittschall) ist unterschiedlich. Die I-Träger wirken als Körperschallbrücken, deshalb ist sowohl die Luftschalldämmung als auch die Trittschalldämmung etwas ungünstiger als einer üblichen Stahlbetondecke. Aus diesem Grund sollte bei der Modernisierung einer Stahlbetondecke mit I-Trägern Maßnahmen zur Verbesserung sowohl der Luftschalldämmung als auch der Trittschalldämmung ergriffen werden. Da die Hohlräume zwischen den Lagerhölzern in Altbauten meistens keine Hohlraumdämpfung enthalten, entsteht oft ein resonanzfähiges System, dessen Resonanzfrequenz in einem ungünstigen Frequenzbereich liegt und Einbrüche in der Schalldämmung verursacht. Fußbodenaufbauten dieser Art sollen aus schalltecnischen Gründen erneuert oder ausgetauscht werden. Bei einer Erneuerung sind die Hohlräume zu bedämpfen. Schwimmende Estriche sind besonders vorteilhaft, da sie nicht nur die höchsten Trittschallminderungen erzielen, sonder auch die Luftschalldämmung verbessern.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes


<u>Maßnahmen:</u>

6.2.2

Massivdecken

-

Bodenaufbauten

-

Unterdecken und Deckenbekleidungen

 
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