3. Fenster und Türen

Neuer, wärmegedämmter Einbaurollladen

Rollläden bestehen aus seitlich in einem U-Profil geführten Stäben und dem Rollkasten, in dem der Rollpanzer (die auf eine Walze aufgerollten Stäbe) bei hochgezogenem Laden aufbewahrt wird. Durch eine schlitzförmige Auslassöffnung im Rollkasten wird der Panzer auf- und abgerollt. Dies kann mechanisch durch einen Gurt oder eine Kurbel oder elektrisch betrieben erfolgen.
Als Material für die Stäbe wurde früher Holz, heute wird vorwiegend Kunststoff oder Metall verwendet, in praxi oft als ausgeschäumte Profile. Dadurch kann die Gefahr von Wärmebrücken vermindert werden.

<u>Bild 3.2.2-1:</u>

Nachträglich eingebauter wärmegedämmter Einbaurollladen im vorhandenen Rollkasten


In Bild 3.2.2-1 ist ein neuer Einbaurollladen dargestellt, der in den vorhandenen Rollladenkasten eingesetzt wird. Er besteht aus einer Wärmedämmplatte, beispielsweise Polystyrol-Hartschaum.
In der Regel ist das Anbringen einer neuen Rollladenschiene notwendig, da die neuen Rollladenlamellen schmaler sind.

Das alte Fenster wird entfernt und der Mauerkasten entkernt. Gleichzeitig mit der Fenstererneuerung wird der Rollladen ersetzt, indem die auf dem Fenster vormontierte Rollladenschale in den vorhandenen Sturz- oder Mauerkasten geschoben und ein neuer Kastendeckel montiert wird. Die Rollladenschale wird nach vorne mit einem Dichtband (Kompriband) angeschlossen, dadurch entsteht in Verbindung mit dem Kastendeckel ein gedämmter Raum mit einer ruhenden Luftschicht.

Rollläden müssen Anforderungen an den winterlichen und den sommerlichen Wärmeschutz erfüllen und entsprechend ausgebildet sein. Um dicht zu schließen, müssen sowohl die seitlichen Führungsschienen als auch der Schlussstab mit Dichtungsprofilen versehen, die schlitzförmige Auslassöffnung im Rollkasten elastisch abgedichtet sein. Darüber hinaus schützen Rollläden Fenster und Verglasung vor Schlagregen, Wind und weiteren Witterungseinflüssen.
Schwachstelle des Systems ist die bauphysikalisch richtige Konzeption und Integration des Rollladenkastens in den Sturzbereich des Fensters. Der Antrieb erfolgt manuell über Gurt- oder Kurbelantrieb oder über Elektromotor. Auch die Durchführungen für den Antrieb sind auf potenzielle bauphysikalische Schwachstellen hin sorgfältig zu planen.


Wärme:
Der Rollladen stellt aus wärmetechnischer hinsicht im Altbau eine Schwachstelle dar und darf bei der Modernisierung nicht vergessen werden. Eine höhere Wärmedämmung wird in diesem Fall durch einen neuen, hoch wärmegedämmten Einbaurollladen erreicht. Der U-Wert des Rollladens beträgt nach der Sanierungsmaßnahme ≈ 0,75 W/m<small><sup>2</sup></small>.

Berechnung des mittleren U-Wertes

Feuchte:
Die bessere Wärmedämmung des Rollladens führt zu einer höheren Oberflächentemperatur an der Bauteilinnenseite. Diese Erhöhung der Temperatur vermindert die Gefahr von → Oberflächentauwasser.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Schall:
Der Auslassspalt sollte nicht größer als notwendig gewählt werden. Bei leichten Konstruktionen ist eine zusätzliche Beschichtung zur Erhöhung der flächenbezogenen Masse des Kastenmaterials wirkungsvoll. Die Auskleidung des Kastenhohlraumes mit schallabsorbierendem Material (z.B. Mineralfaser, offenzellige Schäume) führt zu einer weiteren Verbesserung der Schalldämmung.

→ Tabelle AS-12b enthält Beispiele für die Norm-Schalpegeldifferenz von Rollladenkästen.

Berechnung des resultierenden Schalldämm-Maßes zusammengesetzter Bauteile


<u>Achtung:</u>

-

Der Hohlraum für den Rollpanzer muss zum Innenraum dampfdicht verschlossen werden.

-

Der Hohlraum für den Rollpanzer muss gut gedämmt sein; dabei darf die Dämmung an keiner Stelle unterbrochen sein.

-

Im Hohlraum für den Rollpanzer treten entsprechend der Raumgeometrie Hohlraumresonanzen auf. Durch die Anwendung von schallabsorbierenden Materialien (z.B. als Randdämpfung) können diese weitgehend bedämpft werden.

-

Die Rollladenstabprofile sind entsprechend der anfallenden Windlasten zu dimensionieren, um einer mechanischen Beschädigung, die bis zum kompletten Verlust der Funktionsfähigkeit gehen kann, vorzubeugen.

-

Ähnlich wie Rolladenkästen werden oft Lüftungselemente in die Fensteröffnung integriert. Lüftungselemente können je nach Aufbau zur Energieeinsparung beitragen oder dem Schallschutz dienen.

Insbesondere in Fällen, wenn die Fenster höhere Schallschutzanforderungen erfüllen müssen, empfiehlt sich der Einbau zusätzlicher Lüftungseinrichtungen. Sie werden im Bereich des Fensters so angeordnet, dass die einströmende Luft oberhalb der Heizung in den Raum eintritt und damit bei kühler Witterung zwangsläufig angewärmt wird. Die Lüftungsöffnungen müssen mit vorgeschalteten Schalldämpferstrecken versehen sein (siehe Bild 3.2.2-2), die so bemessen sind, dass die Schalldämmung der gesamten Außenwand (Fenster, Lüftungseinrichtung, Wandanteil) den vorgegebenen Anforderungen entspricht.

<u>Bild 3.2.2-2:</u>

Schematische Darstellung einer Lüftungseinrichtung am Fenster


<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]

  • EnEV
  • DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
  • DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
  • DIN 107 Bezeichnung mit links oder rechts im Bauwesen
  • DIN 4172 Maßordnung im Hochbau
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 18055 Fenster - Fugendurchlässigkeit, Schlagregendichtheit und mechanische Beanspruchung
  • DIN 18073 Rollabschlüsse, Sonnenschutz- und Verdunkelungsanlagen im Bauwesen
  • DIN 18540 Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen
  • DIN 18542 Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff
  • DIN 52452 Prüfung von Dichtstoffen für das Bauwesen ­- Verträglichkeit der Dichtstoffe
  • DIN 18358 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Rollladenarbeiten
  • DIN 18361 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Verglasungsarbeiten
  • DIN EN 12207 Fenster und Türen - Luftdurchlässigkeit
  • DIN EN 12208 Fenster und Türen - Schlagregendichtheit
  • DIN EN 12210 Fenster und Türen - Widerstandsfähigkeit bei Windlast
  • DIN EN ISO 1163 Kunststoffe - Weichmacherfreie Polyvinylchlorid (PVC-U)-Formmassen

 
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[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit