4. Erdberührte Bauteile
Perimeterdämmung
Bei dieser Maßnahme ist zu beachten, dass die komplette Kellerwand zuerst freigelegt werden muss. Dies hat einen hohen Arbeitsaufwand zur Folge und ist auch aufgrund der topografischen Gegebenheiten nicht immer möglich.
An Material und Funktion von Dämmungen erdberührter Bauteile werden andere Anforderungen gestellt als an Wärmedämmverbundsysteme. Sie haben permanenten Kontakt mit dem feuchten Erdreich, zum Teil auch mit drückendem Wasser, müssen gegen verschiedenste chemische Stoffe unempfindlich sein und werden mechanisch belastet. Zur nachträglichen Dämmung erdberührter Bauteile eignen sich besonders Perimeterdämmsysteme, die konstruktionsbedingt zusätzlich die Schutzfunktion für die Abdichtung und die Funktion als Dränelement übernehmen können.
Perimeter-Dämmstoffplatten bestehen aus extrudiertem (XPS) Polystyrol bzw. aus Schaumglas und zeichnen sich je nach Qualität durch sehr geringe oder überhaupt keine Wasseraufnahme aus. Die Wärmedämmfähigkeit von Perimeterdämmung durch Kontakt mit Wasser wird nicht beeinträchtigt. Um Wärmebrücken zu vermeiden, sollten bevorzugt Wärmedämmplatten mit Stufenfalz verbaut werden. Derartige Schaumstoffplatten müssen nicht gegen Erdfeuchte zusätzlich geschützt werden. Im Sockelbereich können fest aufgeklebte bzw. angedübelte Dämmungen mit Trägermaterial überspannt und verputzt werden.
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Die Außendämmung wird mit bituminösem Kleber punktförmig an die Abdichtung angeklebt, bei Druckwasserbeanspruchung sind die Platten mit Falz und vollflächig verklebt zu verlegen. Vertikale Lasten sollen durch ein Aufstehen auf dem Unterbeton abgeleitet werden, so dass die Abdichtungsschichten nicht durch Scherkräfte beansprucht werden. Auch wenn die Außendämmung mit der Abdichtungsebene durch bituminöse Kleber verbunden wird, sollte im Bereich von drückendem Wasser eine mechanische Sicherung gegen Auftrieb vorgesehen werden. Aufgrund der besonderen Beanspruchungen, denen direkt ans Erdreich grenzende Wärmedämmschichten ausgesetzt sind, dürfen für Außendämmungen nur Dämmmaterialien verwendet werden, die dem Erddruck bzw. der mechanischen Beanspruchung beim Verdichten des hinterfüllten Arbeitsgrabens standhalten, frostbeständig sind und praktisch keine Feuchte aufnehmen.
Ungeeignet für diesen Anwendungsbereich sind expandierte Polystyrol-Hartschaumplatten, alle Faserdämmstoffe sowie Dämmstoffe pflanzlichen Ursprungs. Auch solche mit quellenden oder nicht fäulnisbeständigen Bindemitteln, die bei dauernder Feuchteeinwirkung verrotten, sind nicht geeignet. Bei der Dimensionierung der Dämmschichtdicke wird bei außenseitiger Anordnung ein Zuschlag von 10 % in Ansatz gebracht, um die verringerte Dämmwirkung infolge ,,Hinterströmens" der Dämmebene zu berücksichtigen.
Wärme:
Durch eine im Erdreich um das Bauwerk herum angebrachte Wärmedämmschicht wird der Wärmeschutz sämtlicher erdberührter Bauteile erheblich verbessert. Perimeterdämmungen besitzen einen vergleichsweise hohen Wärmedurchlasswiderstand. Dies führt zu einem günstigeren U-Wert der durch die Maßnahme betroffenen Bauteile. Die Außendämmung hat den Vorteil, dass dadurch Wärmebrücken, insbesondere im Sockelbereich, vermieden werden.
Feuchte:
Durch die Anordnung einer außenseitigen Dämmschicht wird die Temperatur im Wandquerschnitt und somit auch an der Innenoberfläche der Wand erhöht. Die Erhöhung der Bauteiloberflächentemperatur auf der Innenseite hat einen besseren Schutz vor → Oberflächentauwasser zur Folge. Durch die Erhöhung der Temperatur im Inneren des Bauteils sinkt gleichzeitig die Gefahr, dass die Taupunkttemperatur im Bauteilquerschnitt unterschritten wird und sich Tauwasser dort ansammelt. Die Außendämmung von erdberührten Bauteilen hat feuchtetechnische Vorteile gegenüber der Innendämmung. Einerseits wird dadurch die Feuchtesperrschicht geschützt, andererseits wird durch die Reihenfolge der Schichten keine Dampfsperre erforderlich.
Schall:
Maßnahmen auf der erdberührten Seite eines Bauteils sind − im Gegensatz zu Maßnahmen auf der Innenseite − schalltechnisch unbedenklich.
<u>Achtung:</u>
- | Der Untergrund muss ausreichend tragfähig und eben sein. |
- | Die Verklebung der Wärmedämmplatten hat entsprechend den Angaben in der bauaufsichtlichen Zulassung im Verband zu erfolgen. Die entsprechenden Verarbeitungstemperaturen sind einzuhalten. |
- | Je nach Untergrund sind entsprechend geeignete Kleber zu wählen. |
- | Ein ausreichender Haftverbund zwischen Platten und Untergrund ist herzustellen. |
- | Detailausbildungen der Anschlüsse an Fensterleibung, Fensterbank sind ebenso sorgfältig zu planen wie Eckausbildungen, Durchdringungen und die richtige und ausreichende Anordnung von Fugen. |
- | Verlegte Wärmedämmplatten sollten möglichst nur die notwendige Zeit (Standzeit) ungeschützt am Bauteil bleiben. |
- | Auf eine saubere und korrekte Ausführung der Dämmebene in der Fläche, in Fensterleibungen, Ecken und Anschlüssen ist zu achten. Nur bei einer vollflächigen Dämmebene ohne "Lücken" ist die volle Funktionsfähigkeit des Dämmsystems garantiert. Andernfalls wirken solche "Lücken" in der Dämmebene als → Wärmebrücken. |
<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]
- EnEV
- DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
- DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
- DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
- DIN 4095 Dränung zum Schutz baulicher Anlagen
- DIN 18195 Bauwerksabdichtungen
- DIN 18540 Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen
- DIN 18542 Abdichten von Außenwandfugen mit imprägnierten Dichtungsbändern aus Schaumkunststoff
- DIN V 18550 Putz und Putzsysteme - Ausführung
- DIN 18308 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Dränarbeiten
- DIN 18330 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Mauerarbeiten
- DIN 18331 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Betonarbeiten
- DIN 18336 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Abdichtungsarbeiten
- DIN EN 1062 Beschichtungsstoffe und Beschichtungssysteme für mineralische Substrate und Beton im Aussenbereich
- DIN EN 13164 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus extrudiertem Polystyrolschaum (XPS) - Spezifikation
- DIN EN ISO 13370 Wärmetechnisches Verhalten von Gebäuden - Wärmeübertragung über das Erdreich - Berechnungsverfahren
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