1. Außenwände

Bestand - Einschalige leichte homogene Wände

Lehm als Baustoff wurde trotz fehlender jahrhundertealter Tradition in Deutschland schon immer verwendet, allerdings nur in Verbindung mit anderen Materialien: als Bindemittel bei Steinmauern, zusammen mit Holz, Geflecht und Stroh zum Ausfachen beim Fachwerkbau oder als Bewurf.
Die Lehmbauweise ist eine sehr arbeitsintensive Bautechnik. Außerdem bedarf es eines gut fundierten handwerklichen Könnens und entsprechender langjähriger Erfahrung, sowohl im Umgang mit dem Material als auch bei der jeweilig angewandten Technik. Lehm ist ein reversibler Baustoff, deshalb muss besonders darauf geachtet werden, dass die Feuchtigkeit der bereits errichteten Bauteile ohne Schwinden oder Rissebildung gut abgeführt werden und keine neue Feuchtigkeit während und nach der Bauzeit eindringen kann. Diese Wasserempfindlich- und -lösbarkeit ist auch die entscheidende Eigenschaft, die den Lehmbau von anderen Bauarten unterscheidet: Lehm erhärtet beim Austrocknen durch die Bindekraft des enthaltenen Tones. Beim Zutritt von Wasser wird der Lehm weich und verliert dadurch seine Tragfähigkeit. Deshalb erfordert der Lehmbau während der Bauphase einen besonderen Wetterschutz und ist für Fundamente und Kellerwände nicht verwendbar. Da Lehm mindestens erdfeucht verarbeitet wird, gibt er beim Festwerden Wasser ab und schwindet beim Trocknen. Um Schwindrisse zu verhindern, müssen mittelfesten und fetten Lehmen sowie Tonen magernde Zuschläge beigemischt werden, mageren Lehmen nur dann, wenn sie sehr feucht, bspw. als Mörtel, verarbeitet werden. Magernde Zuschläge können sandige, kiesige, steinige und faserige Stoffe (wie z.B. Stroh) sein.

<u>Bild 1.1-3:</u>

Bestandsaußenwand aus Lehm

Bild 1.1-3 zeigt eine Lehmaußenwand in Lehmstampfbauweise. Dabei wurde der Stampflehm in eine umsetzbare Schalung eingebracht und dann durch Stampfen verdichtet. Das Einlegen von Verblendziegelleisten, Kiesmörtelleisten, Steinleisten oder Leichtlehmvorsätzen erleichtert das Putzen.
Als Innenputz wurde dagegen meist ein Lehmmörtelputz verwendet, welcher auf einen Spritzbewurf aufgetragen wurde.
Nach der Lehmbauordnung von 1944 sollten Papplagen als waagrechte Sperrschicht über dem Sockel, unter Fensterbrüstungen und unter dem Balkenauflager eingelegt werden. In alten Lehmbauten sind diese jedoch meist nicht vorhanden.

Lehm wirkt konservierend; in Lehmwände eingebautes Holz, Stroh etc. hält sich jahrhundertelang unverändert. Lehm ist nicht brennbar und bietet bei entsprechender Austrocknung ein gesundes Wohnklima.
Folgende Lehmbauarten werden unterschieden (nach DIN 18953):

-

Lehmsteinbau
Hierbei werden entweder große Lehmquader, mittelgroße Lehmpatzen oder kleine Lehmsteine verwendet.

-

Lehmstampfbau
Dabei wird der Lehm unmittelbar aus der Lehmgrube heraus zur Wand geformt, je nach Lehmart mit oder ohne Aufbereitung und Magerung. Der Lehmstampfbau ergibt ein einheitliches (monolithisches), festes und zähes Wandgefüge. Er ist in der Regel an örtliche Lehmvorkommen gebunden.

-

Lehmwellerbau
Ein Gemenge von Lehm und viel Stroh wird mit Dunggabeln in niedrigen Sätzen freihändig zur Wand aufgesetzt und nach dem Austrocknen abgestochen.

 
<u>Wärme:</u>
Die Wärmeleitfähigkeit von Lehmwänden hängt von der natürlichen oder künstlichen Zusammmensetzung des Baulehms ab und wird durch die jeweiligen Zuschlagstoffe bestimmt. Sie verhält sich ungefähr proportional zur Rohdichte (ρ). Das Wärmespeichervermögen ist größer als das von Ziegeln. Folgende Wärmeleitfähigkeiten (λ) können für Lehmbaustoffe angenommen werden:

<center>Rohdichte ρ
[kg/m<sup><small>3</small></sup>]</center>

<center>Wärmeleitfähigkeit λ
[W/mK]</center>

<center>1600 bis 1800</center>

<center>0,80</center>

<center>1400 bis 1600</center>

<center>0,65</center>

<center>1200 bis 1400</center>

<center>0,52</center>

<center>1000 bis 1200</center>

<center>0,40</center>

<center>800 bis 1000</center>

<center>0,30</center>

<center>600 bis 800</center>

<center>0,20</center>

<center>400 bis 600</center>

<center>0,15</center>

Für die Wärmeleitfähigkeit von Baustoffen dürfen nur Rechenwerte angewendet werden, die in der DIN 4108 oder dem Bundesanzeiger veröffentlicht wurden. Lehmbaustoffe werden in der neuesten Fassung nicht mehr erwähnt. Ob die Bauaufsichtsämter Rechenwerte aus älteren Normen oder der einschlägigen Literatur anerkennen, muss im Einzelfall geklärt werden.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des Mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Lehmbaustoffe weisen gegenüber anderen mineralischen Baustoffen ein deutlich höheres Luftfeuchtesorptionsvermögen auf. Auch die Frage, ob die einen Raum umhüllenden Flächen einen signifikanten Einfluss auf das Raumklima haben können, kann als positiv beantwortet gelten. Die Verwendung hochsorptiver Wandoberflächen kann und soll die Lüftung eines Raumes nicht ersetzen, jedoch ist ein derartiger Feuchtespeicher bei wechselnden Feuchtebelastungen in Innenräumen eine effektive Ergänzung zur Raumlüftung<!--[Eckermann (2006)]-->. Für die Vermeidung von Tauwasser gilt die DIN 4108, Teil 4.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Untersuchungen zur Schalldämmung von Lehm, Lehmbaustoffen oder Lehmbauteilen liegen nicht vor. In DIN 18953 ist lediglich erwähnt, dass "die Schalldämmung massiver Lehmwände ... größer (ist) als die von Ziegelbauten".

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes


<u>Maßnahmen:</u>
Die Maßnahmen zur Verbesserung aus wärme-, schall- und feuchtetechnischer Hinsicht unterscheiden sich nicht von denen bei einer Mauerwerkswand.

1.2.1

Außendämmung

-

Wärmedämmverbundsystem

-

Wärmedämmputz

-

Fassadenverkleidungen

-

Vormauerung

1.2.2

Innendämmung

1.2.3

Kerndämmung

1.2.4

Glasanbauten

-

Wintergarten

-

Glasdoppelfassaden

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>