1. Außenwände

Fassadenverkleidung mit Holzverbretterung

Eine allgemeine Einleitung zu Fassadenverkleidungen finden Sie unter → Fassadenverkleidung mit Faserzementplatten.

Fassadenverkleidungen aus Holz haben eine lange Lebensdauer, vorausgesetzt sie wurden sach- und fachgerecht ausgeführt und werden kontinuierlich gepflegt. Dies betrifft in erster Linie den Holzschutz, sowohl konstruktiv als auch chemisch.

Unter konstruktivem Holzschutz wird der vorbeugende bauliche Holzschutz aus konstruktiven und physikalischen Maßnahmen zum Schutz des eingebauten Holzes vor zerstörenden Pilzen und Insekten verstanden. Dies beginnt mit dem Schutz der Außenflächen vor Niederschlägen durch ausreichenden Dachüberstand und reicht über die Vermeidung von Staunässe durch Ausbildung von Tropfnasen und gefaste Kanten bis zum Einsatz ausreichend trockenen Holzes, falls die Konstruktion diesem im eingebauten Zustand kein ungehindertes und schadenfreies Nachtrocknen erlaubt. Natürlich steht ganz am Anfang die Auswahl der für den jeweiligen Anwendungsfall geeigneten Holzart.

Der vorbeugende chemische Holzschutz ergänzt den konstruktiven, sobald eine begründete Gefährdung des Holzes durch Befall mit holzzerstörenden Organismen besteht. In diesem Falle werden Holzschutzmittel eingesetzt, die aber eine bauaufsichliche Zulassung aufweisen müssen und deren Verarbeitung gewissen Regeln hinsichtlich des Arbeits-, Unfall- und Gesundheitsschutzes unterliegt. Sollten Holzbauteile tatsächlich befallen sein, sind die Regelungen über die Meldepflicht in den Bundesländern unterschiedlich ausgestaltet, in jedem Falle sollte aber eine Schädlingsbekämpfung nur von zertifizierten Fachfirmen durchgeführt werden.

<u>Bild 1.2.1-11:</u>

Fassadenverkleidung mit Holzverbretterung
In Anlehnung an [Böhning (2005)]


Bild 1.2.1-11 zeigt einen Aufbau einer Fassadenverkleidung mit Holzverbretterung. Auf die bestehende Wand kommt die Wärmedämmschicht, darauf eine Luftlattung. Als Abschluss und Wetterhaut werden dann gehobelte und imprägnierte Holzbretter montiert.

Die Dämmschicht wird mit korrosionsbeständigen Befestigungsmitteln auf die Außenwand montiert. Zwischen äußerer Bekleidung und Dämmschicht bleibt ein offener Luftraum, durch den die sich bildende Feuchtigkeit abtransportiert werden kann. Der Wetterschutz wird durch die auf einer weiteren Tragstruktur aufgebrachte äußere Bekleidung gewährleistet. Dabei werden die einzelnen Teile dieser Tragstruktur, meist reine Horizontal- oder Vertikaltragstrukturen, in einem zum Format der Verkleidung passenden Raster montiert.

Bretterverkleidungen können als vertikale oder horizontale Bekleidung ausgebildet sein. Befestigt werden die Bretter üblicherweise mit Nägeln oder Schnellbauschrauben, wobei jedes Brett für sich montiert wird, um Risse zu vermeiden. Sichtbar bleibende Befestigungsmittel sollten aus nicht rostendem Material bestehen. Wichtig ist sowohl bei profilierten als auch nicht profilierten Brettern, dass anfallendes Wasser ungehindert nach unten ablaufen kann. Etwaige Ausfräsungen sind entsprechend anzuordnen.

<u>Wärme:</u>
Mit Hilfe der zusätzlich angebrachten Wärmedämmschicht wird der Wärmeschutz der Außenwand erheblich verbessert. Als Wärmedämmstoff werden in der Regel mineralische Faserdämmstoffe (z.B. Stein- oder Glaswolle) verwendet. Die Wärmedämmschicht besitzt − je nach Dicke − einen vergleichsweise hohen Wärmedurchlasswiderstand, was zu einem verbesserten U-Wert der gesamten Außenwandkonstruktion führt.

Berechnung des U-Wertes

Berechnung des mittleren U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Durch die außenseitige Anordnung der Wärmedämmschicht wird die Temperatur im Wandquerschnitt und somit auch an der Innenoberfläche der Wand erhöht. Die Erhöhung der Bauteiloberflächentemperatur im Innern hat einen besseren Schutz vor → Oberflächentauwasser zur Folge. Durch die Erhöhung der Temperatur im Innern des Bauteils sinkt auch die Gefahr, dass sich dort Tauwasser ansammelt.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Eine Fassadenverkleidung vor einer massiven Außenwand stellt akustisch eine zweischalige Konstruktion dar. Wenn die schalltechnischen Prinzipien von → zweischaligen Bauteilen beachtet werden, dann führt die Anwendung dieser Maßnahme zu einer deutlichen Verbesserung der Schalldämmung. Die Holzverbretterung stellt eine Masse vor der Wärmedämmschicht als Feder dar, dadurch entsteht ein Masse-Feder-System. Die Lage der Resonanzfrequenz spielt eine entscheidende Rolle bei der Auslegung und akustischen Wirksamkeit der Konstruktion.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes


<u>Achtung:</u>

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Schadstoffbelastungen durch Holzbauteile bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem chemischen Holzschutz. In den 1970er Jahren wurden große Mengen von Holzschutzmitteln im Außen- und Innenbereich verwendet. Lindan, PCP (Pentachlorphenol) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) zählen zu den schwerflüchtigen Verbindungen, die sich nach dem Ausgasen schnell wieder an Oberflächen abscheiden, wodurch es zu gravierenden Schadstoffanreicherungen in Innenräumen kommen kann. Holzschutzmittel mit Lindan und PCP sind in der BRD seit 1989 verboten. PCP wird eindeutig als krebserregend eingestuft, bei Lindan wird über eine solche Wirkung diskutiert. In der DDR wurde bis 1989 das Insektizid DDT eingesetzt, in der BRD ist es seit 1972 verboten. DDT ist erbgutverändernd, steht im Verdacht Krebs zu erzeugen und wird von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. DDT kann insbesondere bei Abbrucharbeiten freigesetzt werden.

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Bescheinigungen über Hersteller, Menge und Art des Holzschutzmittels sollten nebst zugehörigem Überwachungszeichen vorliegen; dabei sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedingt zu beachten.

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Die Verträglichkeit von Holzschutzmitteln mit vorhandenen Schutzmitteln oder Anstrichen muss geprüft werden.

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Durch die Aufbringung der wärmedämmten Vorhangfassade berührte baurechtliche Belange müssen mit den zuständigen Behörden abgeklärt werden.

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Der Untergrund muss ausreichend tragfähig sein.

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Der Untergrund muss ausreichend trocken sein.

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Beim Umgang mit Mineralfaserdämmstoffen ist für ausreichende Durchlüftung zu sorgen; beim Trennen sollte keine Säge verwendet werden.

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Der Einsatz des Befestigungssystems beschränkt sich auf den in der zugehörigen Zulassung beschriebenen Anwendungsbereich.

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Punktuelle Wärmebrücken müssen vermieden werden, insbesondere Auflagerpunkte der Tragstruktur sind sorgfältig zu planen.

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Besteht die Unterkonstruktion aus Metallprofilen, muss zwischen dieser und der Außenwand eine thermische Trennung vorgesehen werden, ebenso sollte wegen der Gefahr der Wämebrückenbildung die Anzahl der Auflagerpunkte minimiert werden.


<u>Normen und Richtlinien:</u>[1]

  • EnEV
  • DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • DIN 4108 Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 18516 Außenwandbekleidungen, hinterlüftet
  • DIN 68122 Fasebretter aus Nadelholz
  • DIN 68123 Stülpschalungsbretter aus Nadelholz
  • DIN 68126 Profilbretter mit Schattennut
  • DIN 68364 Kennwerte von Holzarten - Rohdichte, Elastizitätsmodul und Festigkeiten
  • DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
  • DIN 18334 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Zimmer- und Holzbauarbeiten
  • DIN 18351 VOB Vergabe- und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Vorgehängte hinterlüftete Fassaden
  • DIN EN 350 Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten - Natürliche Dauerhaftigkeit von Vollholz
  • DIN EN 351 Dauerhaftigkeit von Holz und Holzprodukten - Mit Holzschutzmitteln behandeltes Vollholz
  • DIN EN 13116 Vorhangfassaden - Widerstand gegen Windlasten - Leistungsanforderungen
  • DIN EN 13119 Vorhangfassaden - Terminologie
  • DIN EN 13162 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus Mineralwolle (MW) - Spezifikation
  • DIN EN 13163 Wärmedämmstoffe für Gebäude - Werkmäßig hergestellte Produkte aus expandiertem Polystyrol (EPS) - Spezifikation
  • DIN EN 13183 Feuchtegehalt eines Stückes Schnittholz
  • DIN EN 13830 Vorhangfassaden - Produktnorm
  • DIN EN 14019 Vorhangfassaden - Stoßfestigkeit - Leistungsanforderungen
  • EGH Holzbau Handbuch Außenbekleidungen mit Holzwerkstoffplatten
  • ChemVerbotsV Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>


[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit