7. Treppen

Elastische Entkopplung der Wangen

Eine elastische Entkopplung der Wangen bestehender Treppen ist nur bei solchen sinnvoll, bei denen eine für die Montage der neuen Auflager notwendige geordnete Demontage der Treppe möglich ist. Nicht lösbar mit dem Fußboden bzw. einem Podest verbundene Treppen können evtl. nicht ohne Beschädigung von der mit einer Wange verbundenen Wand soweit getrennt werden, dass die neue Lagerung montiert werden kann. Es ist im jeweiligen Einzelfall zu entscheiden, ob eine solche Maßnahme als sinnvoll erachtet wird. Sollte dies der Fall sein, kann durch Modifikation der Lagerung der Wandwange in Form einer entkoppelten Schraubverbindung eine Entkopplung von Wange und Baukörper erreicht werden. Zusätzlich wird die Wange von der Wand abgesetzt.

<u>Bild 7.2.2-1:</u>

Bestehende Treppe mit Elastomerlagern als Auflagerentkopplung


Bild 7.2.2-1 zeigt eine elastisch entkoppelte Holzwangentreppe. Bei dieser Maßnahme wird die alte Wangentreppe komplett von der angrenzenden Wand entkoppelt. Die Entkopplung im Detail ist vom jeweiligen Hersteller abhängig.

Die Wandwange muss von der Treppenwand abgesetzt und lediglich mit einer entkoppelten Schraubverbindung befestigt werden. Alle anderen Kontaktpunkte wie die Geschossdecken- bzw. Podestauflager müssen elastisch gelagert sein.

Wärme:
Die punktförmige bzw. elastische Befestigung der Treppe stellt auch eine thermische Entkopplung der Treppe von den angrenzenden Bauteilen dar. Dadurch wird die Wärmeübertragung beispielsweise zwischen einem unbeheizten Treppenraum und einem benachbarten Wohnraum verringert.

Feuchte:
Treppen bilden feutetechnisch eine Schwachstelle dar, wenn sie in eine Außenwand oder in die Wand eines unbeheizten Treppenraumes einbinden oder falls mit erhöhter Feuchtebelastung zu rechnen ist. Durch die elastische Entkopplung wird die Wirkung als Wärmebrücke und damit auch die Gefahr von Tauwasserbildung reduziert.

Schall:
Die als Körperschall übertragenen Gehgeräusche werden durch die elastische Trennung der Treppenläufe verringert.
Eine solche Entkopplung von Decken- und Wandauflager erfolgt üblicherweise durch die elastische Lagerung aller Befestigungspunkte. Es können dabei Entkopplungselemente unterschiedlicher Härte eingesetzt werden. Es entsteht dabei ein Masse-Feder-System. Die Treppenläufe bilden dabei die Masse und die Entkopplung die Feder. Je schwerer die Treppe und je weicher die Entkopplung, desto höher ist die zu erwartende Trittschallminderung.


<u>Achtung:</u>

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Die statischen Randbedingungen müssen vor Durchführung der Maßnahme geklärt sein und die modifizierten Auflager entsprechend dimensioniert werden.

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Schadstoffbelastungen durch Holzbauteile bestehen insbesondere im Zusammenhang mit dem chemischen Holzschutz. In den 1970er Jahren wurden große Mengen von Holzschutzmitteln im Außen- und Innenbereich verwendet. Lindan, PCP (Pentachlorphenol) und DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan) zählen zu den schwerflüchtigen Verbindungen, die sich nach dem Ausgasen schnell wieder an Oberflächen abscheiden, wodurch es zu gravierenden Schadstoffanreicherungen in Innenräumen kommen kann. Lindan und PCP sind in Holzschutzmitteln der BRD seit 1989 verboten. PCP wird eindeutig als krebserregend eingestuft, bei Lindan wird über eine solche Wirkung diskutiert. In der DDR wurde bis 1989 das Insektizid DDT eingesetzt, in der BRD ist es seit 1972 verboten. DDT ist erbgutverändernd, steht im Verdacht, Krebs zu erzeugen und wird von der Umwelt nur sehr langsam abgebaut. DDT kann insbesondere bei Abbrucharbeiten freigesetzt werden.

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Bescheinigungen über Hersteller, Menge und Art des Holzschutzmittels sollten nebst zugehörigem Überwachungszeichen vorliegen; dabei sind die Verarbeitungshinweise des Herstellers unbedingt zu beachten.

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Die Verträglichkeit von Holzschutzmitteln mit vorhandenen Schutzmitteln oder Anstrichen muss geprüft werden.

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Sämtliche Kontaktpunkte der Treppe müssen akustisch entkoppelt ausgebildet werden.


<u>Normen und Richtlinien:</u> [1]

  • DIN 4102 Brandverhalten von Baustoffen und Bauteilen
  • DIN 4109 Schallschutz im Hochbau; Anforderungen und Nachweise
  • DIN 18202 Toleranzen im Hochbau - Bauwerke
  • DIN 18065 Gebäudetreppen — Definitionen, Meßregeln, Hauptmaße
  • DIN 68362 Holz für Leitern und Tritte - Gütebedingungen
  • DIN 68365 Schnittholz für Zimmererarbeiten - Sortierung nach dem Aussehen - Nadelholz
  • DIN 68368 Laubschnittholz für Treppenbau — Gütebedingungen
  • DIN 68800 Holzschutz im Hochbau/Holzschutz
  • DIN 18334 VOB Vergabe und Vertragsordnung für Bauleistungen - Teil C: Allgemeine Technische Vertragsbedingungen für Bauleistungen (ATV) - Zimmer- und Holzbauarbeiten
  • DIN EN 315 Sperrholz - Maßtoleranzen
  • DIN EN 390 Brettschichtholz - Maße - Grenzabmaße
  • DIN EN 14076 Holztreppen — Terminologie
  • DIN EN 15644 Traditionell geplante, vorgefertifte Treppen aus Massivholz — Spezifikationen und Anforderungen
  • DIN CEN/TS 15680 Vorgefertigte Holztreppen — Mechanische Prüfverfahren
  • ChemVerbotsV Verordnung über Verbote und Beschränkungen des Inverkehrbringens gefährlicher Stoffe, Zubereitungen und Erzeugnisse nach dem Chemikaliengesetz

 
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[1] ohne Anspruch auf Vollständigkeit