7. Treppen

Bestand - Aufgesattelte Holzwangentreppe

Die Wangen oder Holme aufgesattelter Treppen bestehen entweder aus einfachen gehobelten Bohlen oder aus Brettschichtträgern. Aufgesattelte Treppen bieten die Möglichkeit, die Treppenläufe so leicht wie möglich erscheinen zu lassen, in der Regel wird daher auf Setzstufen verzichtet.

Bei aufgesattelten Holztreppen gibt es mehrere Möglichkeiten, die Stufenauflager auszubilden: entweder sind die Oberkanten der Wangen abgestuft ausgeschnitten oder die Trittstufen sind auf die Wangen mit Hilfe von dreieckigen Zwischenstücken aufgesetzt oder ,,aufgesattelt". Die Stufenform ist also nicht in die Wangen eingestemmt, sondern aus den Wangen ausgeschnitten oder mit Hilfe von Zwischenstücken aufgesetzt. Durch ein abgestuftes Ausschneiden werden die Wangen entscheidend geschwächt und verlieren dadurch ihre Funktion, sie sind nur mehr Tragholme.

Die Lage der Holme unter den Stufen ist von der Treppenbreite unabhängig. Die Trittstufen kragen in ihrer Längsrichtung mehr oder weniger weit aus und sind 4 bis 7 cm dicke Bohlen oder verleimte Platten. Befestigt sind die Stufen auf den oben ausgeschnittenen Wangen durch Schrauben oder Dübeln und Verleimen. Bei oberseitig glatten Holmen sind dreieckige oder trapezförmige Bohlenstücke (Stufenkeile) aufgesetzt oder angeblattet (geschraubt, verdübelt, geleimt).

<u>Bild 7.1-2:</u>

Aufgesattelte Holzwangentreppe
Vertikalschnitt


Bild 7.1-2 stellt den Querschnitt durch eine Holzwangentreppe mit aufgesattelten Trittstufen dar.

Durch begehen der Treppe wird diese zu Schwingungen angeregt. Der dadurch entsehende Trittschall wird als Körperschall in den Baukörper eingeletet und auf der anderen Seite als Luftschall abgestrahlt. Es bestehen daher prinzipiell zwei Wege, den Trittschall zu bekämpfen: entweder die Anregung oder die Schallabstrahlung sollte verhindet werden. Die Anregung kann durch weiche Gehbeläge oder durch Entkopplung der Treppe von der Wand vermindert werden. Die Schallabstrahlung auf der entgegengesetzten Seite kann mit Hilfe von Vorsatzschalen reduziert werden.


Bild 7.1-3 zeigt den horizontalen Schnitt durch eine Holzwangentreppe mit aufgesattelten Trittstufen.

Holztreppen sind nach den Bestimmungen der Bauordnungen in den meisten Bundesländern nur in Gebäuden mit bis zu zwei Vollgeschossen zugelassen, da die Feuerwiderstandsfähigkeit nur bedingt durch entsprechende Maßnahmen erhöht werden kann.

Als Material für Holztreppen werden vorzugsweise Massivholz oder Furnierschichthölzer verwendet, für breitflächige Teile Kernbohlen. Wangen, Blockstufen und dicke Trittstufen sind zur Vermeidung von Verformungen oft aus verleimten Massivhölzern, aus Sperrholz oder aus brettschichtverleimten Hölzern hergestellt. Setzstufen können auch aus Holzwerkstoffplatten gefertigt sein.

<u>Bild 7.1-3:</u>

Aufgesattelte Holzwangentreppe
Horizontalschnitt


Wärme:
Holztreppen sind hinsichtlich des Wärmeschutzes unproblematische Bauteile.

Feuchte:
Treppen bilden feutetechnisch nur als Außentreppen eine Schwachstelle dar, falls mit erhöhter Feuchtebelastung zu rechnen ist. Wesentlich ist auch der Witterungsschutz von Holzbauteilen während des Transportes und der Lagerung sowie der Bauzeit bzw. die Vermeidung von Durchfeuchtungen während des Baufortschrittes.

Schall:
Holztreppen gelten aus schalltechnischer Sicht häufig eine Schwachstelle. Die Gründe dafür sind

-

geringe Masse der Podeste und der Treppenstufen

-

Eigengeräuschentwicklung

-

Körperschallbrücken durch feste Verbindungen zu den angrenzenden Bauteilen


<u>Maßnahmen:</u>

7.2.1

Beläge

-

Trittschalldämmung Holztreppe

-

Trittschalldämmung Stahlbetontreppe

7.2.2

Elastische Entkopplungen und Lagerungen

-

Elastische Entkopplung der Wangen

-

Systemlösung

7.2.3

Raumakustische Maßnahmen

-

Schallabsorbierende Dämmplatte an Treppenunterseite

 
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