2. Innenwände

Bestand - Mauerwerkswand

In Altbauten sind oftmals Innenwände aus Mauerwerk zu finden, sowohl tragende als auch nichttragende. Diese können auch als ausgemauerte Fachwerk-Innenwände ausgeführt sein. Der Unterschied liegt hierbei aber nur in der Tragfunktion und der Baukonstruktion, die bauphysikalischen Eigenschaften unterscheiden sich nicht. Die Aufstellung erfolgt durch das im Vergleich zu leichten Trennwänden wesentlich höhere Wandgewicht immer auf der Rohdecke oder einem Verbundestrich.

<u>Bild 2.1-1:</u>

Bestands-Innenwand aus Mauerwerk

In Bild 2.1-1 ist eine typische Bestands-Mauerwerkswand dargestellt. Auf dem Mauerwerk ist lediglich beidseitig ein Innenputz aufgebracht. Im Mauerwerksbau werden Innenwände oft zur Aussteifung herangezogen.
Im Bestand sind alte gemauerte Massivwände oft aus Ziegelsteinen im Normalformat zu finden. Großformatige Mauersteine wurden erst in den 60er und 70er Jahren entwickelt. Die flächenbezogene Masse von gemauerten Wänden errechnet sich aus der Rohdichte ρ der Steine oder Platten. Dabei müssen das Stein- bzw. Plattenformat, d. h. der Fugenanteil, sowie der verwendete Mörtel (Normalmörtel mit ρ ≈ 1500 kg/m³ oder Leichtmörtel mit ρ ≈ 1000 kg/m³) berücksichtigt werden. Es spielt nur eine geringfügige Rolle, ob die Lagerfugen voll verfugt oder geklebt und die Stoßfugen einfach verzahnt, mit Mörteltaschen verfüllt oder knirsch gestoßen werden.

Bild 2.1-2 zeigt eine Innenwand als Fachwerkwand mit ausgemauertem Gefach. Gut zu erkennen sind Pfosten und Riegel der Fachwerkskonstruktion. Sowohl das Fachwerk als auch die Ausfachung schwinden und dehnen sich bei Wärme- und Feuchteeinwirkungen unterschiedlich, so dass Risse in den Anschlussfugen unvermeidlich sind.
Das Foto ist entstanden bei der Sanierung der Handwerkskammer Münster.

<u>Bild 2.1-2:</u>

Foto einer Bestands-Innenwand
(Bildquelle: HWK Münster)

Gemauerte Trennwände können für Wanddicken von 11,5 cm in herkömmlicher Art aus kleinformatigen Ziegeln oder Kalksandsteinen aufgemauert werden. Die Herstellung aus 25 bis 50 cm hohen und 50 bis 100 cm langen Bauplatten für Wanddicken von 5 bis 17,5 cm ist allerdings wesentlich rationeller. Unterschieden werden Trennwände, die dreiseitig (ein freier, vertikaler Rand) oder vierseitig gehalten sind.


Wärme:
Der U-Wert der Innenwände ist dann von Bedeutung, wenn in benachbarten Räumen unterschiedliche Temperaturen herrschen. Das kann im Winter zu Wärmeverlusten der beheizten Bereiche oder im Sommer zu einer zusätzlichen Erwärmung der betroffenen Räume führen.
Einschalige massive Innenwände mit einer entsprechend großen Masse verfügen auch über eine höhere Wärmespeicherfähigkeit als leichte Konstruktionen. Im Sommer kann so die Wärme tagsüber gespeichert und nachts abgegeben werden, was zu einer angenehmeren Raumlufttemperatur führt. Eine große thermisch wirksame Wärmespeicherfähigkeit sorgt auch im Winter für eine Glättung der Raumlufttemperaturschwankungen (gemindertes Temperaturamplitudenverhältnis) und zu einer Verzögerung der Temperaturänderungen.

<u>Feuchte:</u>
Bei Innenwänden, die Räume gleicher Nutzung voneinander trennen und keinen äußeren Witterungseinflüssen ausgesetzt sind, bestehen in der Regel keine feuchtetechnischen Anforderungen. Im Bestand sind deshalb üblicherweise keine Maßnahmen zum Feuchteschutz zu finden. Bei der Altbaumodernisierung ist diese Tatsache zu berücksichtigen, falls Funktionsänderungen geplant sind. In Bädern sind auch für die Innenwände entsprechende nachträgliche Maßnahmen erforderlich, wenn mit einer erhöhten Luftfeuchte oder sogar mit einem Bedarf für die Fußbodenentwässerung zu rechnen ist.

Schall:
Die Schalldämmung von einschaligen, dichten homogenen monolithischen Wänden z.B. aus Mauerwerk, Gips oder Beton hängt im wesentlichen von deren flächenbezogener Masse m’ ab. Diese liegt bei den in der Praxis vorkommenden Wänden zwischen 50 und 1000 kg/m<sup>2</sup>.
Die flächenbezogene Masse versteht sich einschließlich eventueller Putzschichten, soweit sie fest mit der Wand verbunden sind. Dabei kann für die verschiedenen Putze mit den Werten der Tabelle AS-2 gerechnet werden. Die Zunahme der flächenbezogenen Masse durch die Putzschichten ist zwar im Verhältnis zur Wandmasse meist relativ gering, die Putze haben dennoch bei gemauerten Wänden eine nicht zu vernachlässigende Aufgabe, denn sie sorgen für deren Dichtigkeit. Verputzte Wände sind mehrschichtige Konstruktionen, die bezüglich ihrer Schalldämmung wie einschalige Bauteile wirken.
Wände aus Mauerwerk werden aus gestalterischen Gründen manchmal auch als Sichtmauerwerk ausgeführt. Finden dabei haufwerkporige Mauersteine Verwendung, die viele große durchgehende Poren besitzen, so bleibt das Schalldämm-Maß deutlich unter den Werten, die mit gleich schweren dichten (verputzten) Wänden erreicht werden können. In solchen Fällen lässt sich durch ein- oder zweiseitiges Schlämmen sowie ein- oder zweiseitiges Verspachteln eine Verbesserung der Schalldämmung erzielen.
Unterschiedliche Wandmaterialien können bei gleicher flächenbezogener Masse zu voneinander abweichenden Schalldämm-Maßen führen. Infolge größerer innerer Verlustfaktoren werden bei Verwendung von Porenbeton oder von Leichtbetonen mit verschiedenen Zuschlagstoffen vor allem bei niedrigen flächenbezogenen Massen um bis zu 3 dB höhere bewertete Schalldämm-Maße erzielt, ausreichende Dichtheit vorausgesetzt. Bei verschiedenartigen Lochbildern z. B. von Ziegelsteinen, können noch größere Unterschiede der Schalldämm-Maße auftreten. Hohlräume und dünne Stege bilden resonanzfähige Systeme. Die Folge von Dicken- und Hohlraumresonanzen sind Einbrüche in der Schalldämmkurve, die im Vergleich zu homogenen Wänden um bis zu 10 dB niedrigere bewertete Schalldämm-Maße bewirken können.

Aus → Tabelle AS-6 können bewertete Schalldämm-Maße einschaliger Massivwände entnommen werden.

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des Bewerteten Schalldämm-Maßes

Berechnung des resultierenden Schalldämm-Maßes zusammengesetzter Bauteile

 

<u>Maßnahmen:</u>

2.2.1

Vorsatzschalen

2.2.2

Leichtbaukonstruktionen

-

Holzständer

-

Metallständer

<table border="0" cellpadding="0" cellspacing="0"><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Baukonstruktionen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Objektbeispiele.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Grundlagen.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Glossar.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Rechentools.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Fotogalerie.html" target="_top"></a></td><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Planunterlagen.html" target="_top"></a><td><td colspan="3"><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr><tr><td><a href="http://www.bauphysikalische-altbaumodernisierung.de/Index.html" target="_top"></a></td></tr></table>