Begriff: transparente Wärmedämmung
transparente Wärmedämmung
Transparente Wärmedämmung (TWD) versucht eine gute Wärmedämmung der Wand mit einer möglichst großen Strahlungstransmission von außen nach innen zu kombinieren. Durch den großen Gesamtenergiedurchlassgrad kann Solarenergie genutzt werden, um die Innenräume zu heizen und die gute Wärmedämmung der Wand sorgt dafür, dass die Wärme im Innenraum bleibt. Als Vorbild für diese Entwicklung gilt der Eisbär. Das weiße Fell schützt den Eisbären vor Kälte, d.h. es dient als Wärmedämmung. Es lässt gleichzeitig auch Sonnenlicht hindurch, welches dann an der schwarzen Haut des Eisbären in Wärme umgewandelt wird und den Eisbären wärmt. Auch bei einer transparenten Wärmedämmung trifft die einfallende Sonnenstrahlung durch die transparente Wärmedämmschicht auf eine dunkle Absorberwand. Dadurch erwärmt sich die Wand und gibt die Wärme zeitverzögert an die Innenräume ab. Als transparente Schicht können Waben- bzw. Kapillarstrukturen aus transparenten Kunststoffen, Hohlkammerstrukturen oder Aerogele sein. Dies führt zu einer vollständigen Unterdrückung des konvektiven Wärmetransports. Der gute Dämmeffekt entsteht außerdem durch eine sehr geringe Wärmeleitfähigkeit der ruhenden Luft in den Röhrchen oder Waben (Wärmeleitfähigkeit von ca. 0,002 W/mK). Diese Materialien streuen allerdings mehr oder weniger das einfallende Licht, sie sind in der Praxis also transluzent. Deshalb müssten diese Materialien daher als „transluzente Wärmedämmung“ bezeichnet werden.
Den höchsten Wirkungsgrad hat eine transparente Wärmedämmung auf Baustoffen mit hoher Rohdichte, z.B. Kalksandstein oder Beton. Des Weiteren hängt der Wirkungsgrad von der Ausrichtung der Wand ab. An der Südfassade ist der Wirkungsgrad am höchsten, jedoch weist die tranparente Wärmedämmung auch an Nordfassaden eine ausgeglichene → Energiebilanz über die Heizperiode auf.
Ein Nachteil der transparenten Wärmedämmung ist, dass im Sommer die "Heizung TWD" sehr schnell zu einer Überhitzung der Innenräume führen kann. Die Wand muss in diesen Fällen mit Verschattungssystemen ausgerüstet werden. Es gibt heutzutage aber auch schon Systeme, die nur die tiefstehende Wintersonne an die Absorberschicht weiterleiten, die hochstehende Sommersonne aber reflektieren.