6. Decken

Bestand - Stahlbetondecken

Decken aus den nicht brennbaren massiven Baustoffen Stein, Beton und Stahl bzw. deren Verbund werden als Massivdecken bezeichnet. Vorläufer der heutigen ebenen Plattendecken waren Gewölbedecken, die aber wegen ihrer großen Bauhöhe, wegen des großen Arbeits- und Baustoffaufwands und wegen notwendiger zusätzlicher Maßnahmen zur Aufnahme der horizontalen Auflagerkräfte für den Wohnungsbau ungeeignet waren.

Ein Vorteil der meisten Massivdecken besteht in der Möglichkeit, ihre statische Durchlaufwirkung über mehrere Felder, also Bereiche, die zwischen den senkrechten Tragstrukturen wie Wände oder Stützen liegen, zu nutzen. Auch die trotz großer Stützweiten und Belastungen geringe Konstruktionshöhe spricht für die Massivdecken. Nachteilig ist allerdings das relativ hohe Eigengewicht.

Massivdecken aus Stahlbeton werden nach der Herstellungsart unterschieden in

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<b>örtlich hergestellte Decken (Ortbetondecken)</b>
Dazu zählen alle Massivdecken, bei denen der gesamte Herstellungsvorgang auf der Baustelle stattfindet; durch diese Art der Herstellung wird ein Höchstmaß an Flexibilität hinsichtlich der geometrischen Ausprägung der Decke garantiert. Dies wird allerdings durch einen erhöhten Schalungsaufwand erkauft.

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<b>Teilmontagedecken</b>
Wesentliches Merkmal dieser Herstellungsart ist die Verwendung im Werk vorgefertigter Deckenbauteile, die allerdings nur für einen Teil der erwarteten statischen Belastung bemessen sind; erst im Zusammenhang mit einer aus Ortbeton bestehenden weiteren Lage wird die volle Tragfähigkeit der Decke erreicht. Da die vorgefertigten Deckenbauteile als Schalung verwendet werden können, wird Schalungsaufwand im Vergleich zur reinen Ortbetondecke gespart, allerdings muss die ganze Konstruktion auch während des Abbindens und Aushärten des Ortbetons ausreichend lange abgestützt werden.

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<b>Vollmontagedecken</b>
Sind alle Deckenbauteile im Werk vorgefertigt und für die auftretenden Belastungen bemessen worden, spricht man von Vollmontagedecken. Die einzelnen Teile werden ohne Unterstützung vor Ort zusammengefügt, wobei die Fugen entsprechend verfüllt und evtl. abgedichtet werden müssen. Je nach Beanspruchung kann zur Erhöhung der Quersteifigkeit ein Überbeton notwendig sein, der aber nicht zur Tragwirkung beiträgt. Bei dieser Herstellungsart ist jedoch wegen der Aussteifungswirkung der Deckenplatte auf eine ausreichend wirksame Verankerung der Decke mit den vertikalen Lastabtragungsbauteilen zu achten.

<u>Bild 6.1-4:</u>

Stahlbetondecke im Bestand

Das Bild 6.1-4 zeigt eine Stahlbetondecke im Bestand mit einem unterseitig aufgebrachten Putz und einem Verbundestrich.

Bewehrte Betondecken, sogenannte Stahlbetondecken, werden heute fast überall im Wohnungs- und Gewerbebau verarbeitet. Hohe Lastenaufnahmen sowie schnelle und großflächige Verarbeitung sind hier die Merkmale, die eine Rolle spielen. Die Kombination von Bewehrungsstahl mit Beton beruht auf der Lastenaufnahme. Der Beton kann nur Druckkräfte aufnehmen, wobei der Bewehrungsstahl die Zugkräfte aufnimmt.


<u>Wärme:</u>
Zwischen Geschossen gleicher Nutzung sind keine wärmetechnischen Anforderungen zu beachten. Eine Dämmung kann erforderlich sein, wenn es sich um eine Decke zu einem unbeheizten Keller bzw. zu einem unbeheizten Dachboden handelt. In diesen Fällen ist die nachträgliche Wärmedämmung prinzipiell zu empfehlen, da die Bestandskonstruktionen in der Mehrzahl der Fälle einen ungenügenden Wärmedurchlasswiderstand aufweist. Decken aus Stahlbeton können ähnlich wie Holzbalkendecken nachträglich gedämmt werden. Die zusätzlich angebrachte Wärmedämmung kann je nach Richtung des Wärmestroms, bzw. je nach bauliche Möglichkeiten sowohl von oben als auch von unten erfolgen.

Berechnung des U-Wertes

<u>Feuchte:</u>
Bei Stahlbetondecken muss ebenso darauf geachtet werden, dass keine Feuchte in die Deckenkonstruktion eindringt wie bei Holzbalkendecken. Grund dafür ist die Gefahr der Stahlkorrosion. Dringt Feuchte in die Konstruktion ein, gelangt auch gleichzeitig Sauerstoff hinein. Dadurch findet eine Redoxreaktion statt, bei der Sauerstoff verbraucht wird und sich eine beständige Mischung aus Eisen(II)-oxid, Eisen(III)-oxid und Kristallwasser bildet. Im Volksmund auch als "Rost" bekannt. Rost bildet nur lockere Gefüge mit geringer Festigkeit und führt somit zu einer Volumenzunahme am Stahl. Diese Volumenzunahme des eingebetteten Stahls im Beton führt zu inneren Spannungen aus denen Abplatzungen am Beton resultieren. Durch diese Abplatzungen wird der Stahl weiter freigelegt und die Korrosion beschleunigt. Der chemische Angriff beeinflusst die Tragfähigkeit des Stahls und somit des Gebäudes enorm und kann meist nur mit aufwendigen Maßnahmen behoben werden.
Vermeiden lässt sich dieser Angriff durch:

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eine genügend hohe Betondeckschicht

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Legieren des Stahls mit weniger edlen Metallen, die eine stabile Oxidschicht bilden. Meistens werden hierfür Zink und Chrom verwendet.

Berechnung des Sättigungsdampfdrucks

Durchführung des Glaser-Verfahrens

<u>Schall:</u>
Das schalltechnische Verhalten von Stahlbetondecken gegenüber Luftschall und Körperschall (Trittschall) ist unterschiedlich. Die Luftschalldämmung einer ca. 16 cm dicken Stahlbetondecke ist ausreichend, eine Trittschalldämmung ist hingegen kaum vorhanden. Aus diesem Grund sollte bei der Modernisierung einer Stahlbetondecke immer Maßnahmen zur Verbesserung der Trittschalldämmung ergriffen werden.

Eine Stahlbetondecke mit einem Verbundestrich, wie in Bild dargestellt, ist akustisch ein einschaliges Bauteil anzusehen. Bei der Modernisierung sind Schwimmende Estriche besonders vorteilhaft, da sie die höchsten Trittschallminderungen erzielen.

Berechnung der Resonanzfrequenz

Berechnung der Koinzidenzgrenzfrequenz

Berechnung des Bewerteten Schalldämm-Maßes

Berechnung der Resultierenden Schalldämmung bei flankierenden Bauteilen

Berechnung des Resultierenden Schalldämm-Maßes von zusammengesetzten Bauteilen

<u>Maßnahmen:</u>
Für die Verbesserung des Schall-, Wärme- und Feuchteschutzes einer Stahlbetondecke kommen verschiedene Maßnahmen in Frage. Am Häufigsten wird die nachträgliche Anbringung von weichfedernden Gehbelägen, schwimmenden Estrichen und verschiedenen Unterdeckenkonstruktionen praktiziert. Die dadurch erzielbaren Ergebnisse sind unterschiedlich. Bei der Wahl der geeigneten Maßnahmen müssen die jeweiligen Anforderungen, wie z.B. nach EnEV oder nach DIN 4109, berücksichtigt werden:

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Wärmeschutz (falls als Außenbauteil):
U-Wert < 0,3 W/m²K (gemäß EnEV)

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Luftschallschutz:
bewertetes Bau-Schalldämm-Maß
R´<sub>w</sub> > 53 dB (Mindestanforderung),
R´<sub>w</sub> > 55 db (erhöhte Anforderung)

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Trittschallssschutz:
bewerteter Norm-Trittschallpegel
L´<sub>n,w</sub> < 53 dB (Mindestanforderung),
L´<sub>n,w</sub> < 46 dB (erhöhte Anforderung)

6.2.2

Massivdecken

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Bodenaufbauten

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Unterdecken und Deckenverkleidungen

 
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