Bauphysikalische Grundlagen

W-4.3.2 Innendämmung

Die Vor- bzw. Nachteile, die bei innenseitiger Dämmschichtanordnung auftreten, veranschaulicht Bild W-18. Es ist festzustellen, dass die negativen Auswirkungen zahlenmäßig weit über den positiven dominieren.

<u>Bild W-18:</u>

Schematische Darstellung der Vor- und Nachteile von innenseitiger Dämmschichtanordnung
- Nachteile bzw. problematische Aspekte
+ Vorteile bzw. "Pluspunkte"

<u>Vorteile:</u>
Die Innendämmung besitzt den Vorteil, dass

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die Dämmarbeiten für den Auszuführenden relativ bequem sind und evtl. im Do-it-yourself-Verfahren ausgeführt werden können,

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durch die innenseitige Abdämmung die Wärmespeicherfähigkeit der (schweren) Wandschale thermisch eliminiert wird. Dies ist bei intermittierender Beheizung positiv, weil der Raum hierdurch rascher aufheizbar wird und nach Abschalten der Heizung auch wieder rasch auskühlt. Bei stationärer Beheizung ist dies unerheblich.

<u>Nachteile:</u>
Es ist bekannt, dass eine Innendämmung

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das diffusionstechnische Verhalten einer Außenwand verschlechtert, weil durch die innenseitige Dämmschichtanordnung die Dampfdruckverteilung in der außen (auf der kalten Seite) liegenden Wandschale ungünstiger wird. (Abhilfemaßnahme ist die Anordnung einer Dampfsperre innenseitig vor die Dämmung),

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das schalltechnische Verhalten verschlechtert, wenn mit im akustischen Sinne steifen Dämmstoffen (z.B. Hartschäumen) gearbeitet wird. Durch die Dämmschicht und den oberseitigen Trockenputz entsteht ein resonanzfähiges Masse-Feder-System, das infolge Schalllängsleitung in der tragenden Wandschale Schallenergie in den Nachbarraum überträgt und dort – weil ebenfalls innen-gedämmt – wiederum im Bereich der Resonanzfrequenz verstärkt abstrahlt. Bei mineralischen Dämmstoffen tritt dieser Effekt prinzipiell ebenfalls auf. Nur liegen die Resonanzfrequenzen hier wegen der Weichheit des Materials tiefer (in der Regel unter 70 Hz) und stören praktisch nicht mehr. Objektiverweise muss hinzugefügt werden, dass bei höheren Frequenzen durch Innendämmung nicht nur keine Verschlechterung, sondern eine Verbesserung der Schalldämmung erreicht wird, die in der Größenordnung von 10 bis 12 dB liegt;

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das brandtechnische Verhalten beeinträchtigen kann, wobei wiederum – wie vorhin im akustischen Bereich – zwischen organischen und mineralischen Dämmstoffen zu unterscheiden ist (Brennbarkeit, brennendes Abtropfen, Giftgasentwicklung im Brandfall);

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bei nachträglicher Anbringung die Wohnflächen verringert und deshalb unter Umständen Mietvertragsänderungen erfordert;

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die Wärmespeicherfähigkeit im Raum verringert, wodurch der sommerliche Wärmeschutz etwas verschlechtert wird;

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die Wohnungsnutzer während der Ausführung der Dämmarbeiten beeinträchtigt;

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in Bädern mit keramischen Fliesenbelägen nur angebracht werden kann, wenn der Fliesenbelag entfernt wird;

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die Wohnungsabmessungen verändert, so dass z.B. Einbaumöbel nach der Dämm-Maßnahme dort nicht mehr passen.

 
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